Herzlichen Glückwunsch zum doppelten Wunder in Ihrem Bauch! Ein Schwangerschaftskalender begleitet Sie durch jede Schwangerschaftswoche (SSW) bis zum Geburtstermin und liefert Wissenswertes zur Entwicklung Ihrer Babys. Hier finden Sie Informationen zu wichtigen Themen der Schwangerschaft und den Vorsorgeuntersuchungen, auch speziell für Zwillingsschwangerschaften.

Die Berechnung des Geburtstermins und die Schwangerschaftswochen
Um Ihren Geburtstermin genau zu berechnen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können unseren praktischen Schwangerschaftswochen-Rechner verwenden, indem Sie den ersten Tag Ihrer letzten Periode sowie die Länge Ihres Zyklus eingeben. Auch Ihr Frauenarzt oder Ihre Hebamme können den Geburtstermin für Sie berechnen. Noch exakter ermitteln Sie den Termin, wenn Sie wissen, wann die Zeugung stattgefunden hat. In diesem Fall rechnen Sie vom Geburtsdatum Ihres Kindes exakt neun Monate zurück und addieren sieben Tage hinzu. Angenommen, Ihr Baby ist am 01.07.2020 geboren, rechnen wir neun Monate zurück zum 01.10.2019 und addieren sieben Tage, was den 08.10.2019 als möglichen Zeugungstermin ergibt.
Der Schwangerschaftskalender teilt die Schwangerschaft in 40 Wochen ein. Rein rechnerisch werden vier Wochen als ein Monat betrachtet, was zu zehn Schwangerschaftsmonaten führt, obwohl es in tatsächlichen Monaten neun sind. Die erste Schwangerschaftswoche beginnt mit dem ersten Tag Ihrer letzten Periode, obwohl Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht schwanger sind. Die eigentliche Entwicklung des Babys beginnt erst mit der Befruchtung in der 2. SSW.
Entwicklung des Babys im Mutterleib: Woche für Woche
Die wöchentlichen Angaben zu Größe und Gewicht des Babys sind Durchschnittswerte; Abweichungen sind normal und kein Grund zur Beunruhigung. Der Schwangerschaftskalender kann über Ihr Profil gelesen werden, wenn Sie die entsprechenden Einstellungen vornehmen.
Erstes Trimester (1. bis 12. SSW)
- 1. SSW: Erster Tag der letzten Periode.
- 2. SSW: Eisprung und mögliche Befruchtung. Die Entwicklung des Babys beginnt.
- 4. SSW: Die befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutter ein.
- 6. SSW: Das Herz des Babys beginnt zu schlagen. Erste körperliche Umstellungen bei der Mutter, wie Müdigkeit und Stimmungsschwankungen.
- 8. SSW: Das Herz des Babys schlägt etwa doppelt so schnell wie das der Mutter.
- 9. SSW: Gelüste auf bestimmte Nahrungsmittel sind normal.
- 10. SSW: Die Embryonalphase ist abgeschlossen, das Kind wird zum Fötus.
- 11. SSW: Die kritische Phase ist vorüber, das Risiko einer Fehlgeburt sinkt rapide.
- 12. SSW: Das Baby kann gähnen, die Stirn runzeln und am Finger saugen. Das Risiko einer Fehlgeburt ist sehr gering, die frohe Nachricht kann mitgeteilt werden.

Zweites Trimester (13. bis 28. SSW)
- 14. SSW: Augen, Ohren, Kinn und Nase des Babys haben deutliche Konturen.
- 15. SSW: Erste zarte Bewegungen des Babys können von manchen Frauen gespürt werden.
- 17. SSW: Eine sichtbare Veränderung am Bauch wird bemerkbar.
- 18. SSW: Die Gebärmutter hat etwa die Größe einer kleinen Melone.
- 19. SSW: Der Babybauch ist kaum noch zu übersehen.
- 20. SSW: Der individuelle Fingerabdruck des Babys beginnt sich zu bilden. Halbzeit der Schwangerschaft (140. Tag).
- 21. SSW: Die Bewegungen des Babys sind von außen spürbar und sichtbar. Das Baby nimmt Temperatur, Druck, Licht wahr und entwickelt einen Schlaf-Wach-Rhythmus.
- 24. SSW: Das Baby entwickelt einen Greifreflex und lutscht am Daumen.
- 25.-28. SSW: Das Baby legt noch einmal Gewicht zu. Die Bewegungen sind von außen gut spürbar und sichtbar. Beginn des letzten Trimesters.
Drittes Trimester (ab der 29. SSW)
- 28. SSW: Das Kind wiegt etwa ein Kilogramm und ist ca. 37 cm groß.
- 29. SSW: Die statistischen Überlebenschancen eines Frühchens liegen bei über 90 %.
- 31. SSW: Alle Sinnesorgane des Babys sind funktionsfähig. Das Baby wiegt ca. 1.700 Gramm und ist ca. 42 cm groß.
- 33. SSW: Das Baby wiegt ca. 2.100 Gramm und ist 44 cm groß. Es dreht sich in die richtige Position für die Geburt.
- 33.-36. SSW: Übungswehen treten häufiger auf. Der Alltag wird beschwerlicher, Ruhepausen sind wichtig.
- 37. SSW: Das Baby neigt den Kopf nach unten oder rutscht tiefer ins Becken.
- 38. SSW: Das Baby ist fertig für die Geburt, alle Körpersysteme sind entwickelt.
- 37.-41. SSW: Der zehnte und letzte Monat der Schwangerschaft.
- 40. SSW: Der errechnete Geburtstermin.
- 41. SSW: Einleitung der Geburt wird empfohlen, um Komplikationen zu vermeiden.
- 42. SSW: Sehr selten erreicht eine Schwangerschaft dieses Stadium.

Besonderheiten bei Zwillingsschwangerschaften
Eine Zwillingsschwangerschaft ist eine besondere Erfahrung, die sowohl Freude als auch Herausforderungen mit sich bringt. Zwillingsschwangerschaften gelten als Risikoschwangerschaften. Die Art der Zwillingsschwangerschaft - ob eineiig oder zweieiig, ob sie sich eine Fruchtblase oder Plazenta teilen - spielt eine wichtige Rolle bezüglich der Risiken.
Arten von Zwillingen
- Eineiige Zwillinge (monozygot): Entstehen aus einer befruchteten Eizelle und tragen dieselben Erbinformationen. Sie sind immer vom gleichen Geschlecht und sehen sich sehr ähnlich.
- Zweieiige Zwillinge (dizygot): Entstehen, wenn zwei Eizellen gleichzeitig befruchtet werden. Die Kinder sind genetisch nicht identisch und ähneln sich wie Geschwister. Jedes Kind hat seine eigene Plazenta und Fruchtblase.
Im Jahr 2019 kamen in Deutschland 3,7 % aller Neugeborenen als Mehrlinge zur Welt, was deutlich mehr ist als in früheren Jahrzehnten. Hormonbehandlungen und künstliche Befruchtungen tragen zu dieser Zunahme bei.
Schwangerschaftssymptome bei Zwillingen
Es gibt keine typischen Schwangerschaftssymptome, die eindeutig auf eine Zwillingsschwangerschaft hinweisen. Häufig sind jedoch die Beschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit im ersten Trimester etwas stärker, da mehr des Schwangerschaftshormons hCG produziert wird. Im späteren Verlauf ist die Schwangerschaft oft beschwerlicher und die Gewichtszunahme erfolgt früher.
Eine Zwillingsschwangerschaft wird in der Regel zwischen der 8. und 12. SSW per Ultraschall diagnostiziert, manchmal auch schon früher.
Risiken und Überwachung bei Mehrlingsschwangerschaften
Bei Zwillingsschwangerschaften bestehen erhöhte Risiken, wie eine Frühgeburt. Der Druck auf Gebärmutter und Muttermund ist doppelt so groß, was zu vorzeitigen Wehen oder einem Blasensprung führen kann. Auch Fehlgeburten im 1. Trimester treten häufiger auf.
- Fetofetales Transfusionssyndrom: Tritt auf, wenn zwischen den Babys eine Gefäßverbindung besteht und ein Baby Blut an das andere abgibt. Dies kann zur Unterversorgung eines Kindes führen und im schlimmsten Fall zum Tod eines oder beider Kinder. Per Ultraschall ist das Syndrom gut erkennbar und kann behandelt werden.
- Nabelschnurumschlingungen: Können auftreten, wenn beide Babys in derselben Fruchtblase sind und sich die Nabelschnüre verheddern.
Aufgrund dieser Risiken werden werdende Mütter von Zwillingen engmaschiger überwacht. Es wird empfohlen, das Ersttrimesterscreening und das Organscreening im 2. Trimester durchführen zu lassen. Bei unkomplizierten Zwillingsschwangerschaften erfolgt ab der 20. SSW alle vier Wochen ein Ultraschall. Teilen sich beide Kinder eine Plazenta, findet ab der 16. SSW alle zwei Wochen eine Ultraschalluntersuchung statt.

Geburtstermin bei Zwillingen
Die Schwangerschaftsdauer bei Zwillingen kann variieren. Während manche Zwillingsschwangerschaften bis zum errechneten Entbindungstermin laufen können, enden viele deutlich früher. Babys, die ab der 38. Schwangerschaftswoche geboren werden, gelten als reif geboren. Dies betrifft weniger als 40 % der Zwillingsschwangerschaften.
Mehr als 60 % der Zwillinge werden vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren, etwa 12 % sogar vor der 32. SSW.
Empfohlene Geburtstermine je nach Zwillingsart:
- Zweieiige Zwillinge (un komplikationslos): Zwischen 37+0 und 38+0 SSW.
- Mono-di Zwillinge (eineiig): Zwischen 36+0 und 37+0 SSW.
- Mono-mono Zwillinge (eineiig, eine Fruchtblase): Zwischen 32+0 und 34+6 SSW.
Der Text erwähnt, dass mehr als die Hälfte der Zwillinge als Frühgeborene auf die Welt kommt. Es ist wichtig zu unterscheiden, da "kleine Frühgeborene" vor der 32. SSW geboren werden.
Viele Zwillingsmamas fragen sich, ob eine natürliche Geburt möglich ist. In vielen Fällen ist sie möglich, wenn die Schwangerschaft mindestens bis zur 32. SSW verläuft. Um Komplikationen zu vermeiden, werden Zwillinge in der Regel zwischen der 36+0 und 38+0 SSW entbunden. Falls keine Wehen einsetzen, kann die Geburt eingeleitet werden.
In bestimmten Fällen ist eine natürliche Geburt nicht möglich, und ein Kaiserschnitt ist unumgänglich.
Kann man Zwillinge auf natürliche Weise zur Welt bringen? 3 Fragen 3 Antworten | Asklepios
Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft beginnt der Mutterschutz sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und dauert nach der Geburt 12 Wochen (anstatt 8 Wochen bei Einlingsschwangerschaften).
Die Elternzeit wird pro Kind berechnet. Bei Zwillingen können Sie und Ihr Partner bis zu 6 Jahre Elternzeit nehmen, bei Drillingen sogar 9 Jahre. Das Elterngeld wird grundsätzlich einmal gezahlt, auch bei Mehrlingen.
Vorbereitung auf die Geburt und Unterstützung
Es ist ratsam, sich frühzeitig auf die Geburt vorzubereiten und Unterstützung in Anspruch zu nehmen:
- Hebamme suchen: Eine erfahrene Hebamme, idealerweise mit Erfahrung bei Mehrlingsschwangerschaften, ist eine große Hilfe.
- Geburtsvorbereitungskurs: Spezielle Kurse für werdende Mehrlingseltern bieten hilfreiche Tipps und die Möglichkeit zum Austausch mit Gleichgesinnten.
- Organisatorisches: Da Mehrlinge oft früher geboren werden, sollten organisatorische Dinge wie Umzug oder Autokauf nicht bis kurz vor den errechneten Geburtstermin aufgeschoben werden. Die Kliniktasche sollte bereits um die 28. SSW gepackt sein.
- Hilfe annehmen: Scheuen Sie sich nicht, in der ersten Zeit nach der Geburt Hilfe von Familie und Freunden anzunehmen.
- Austausch: Tauschen Sie sich mit anderen Zwillingseltern aus.
Die Nachricht von einer Mehrlingsschwangerschaft löst eine große Gefühlsachterbahn aus. Es ist ein unglaublich spannender und herausfordernder Lebensabschnitt, in dem es wichtig ist, Hilfsangebote anzunehmen.
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