Während der Schwangerschaft haben viele Frauen auf bestimmte Lebensmittel verzichtet und sehnen sich nach der Geburt danach, wieder uneingeschränkt schlemmen zu können. Doch die Stillzeit bringt neue Fragen mit sich: „Was darf man in der Stillzeit nicht essen?“ und gibt es tatsächlich verbotene Lebensmittel, die man meiden sollte?
Fisch in der Stillzeit: Jod und Omega-3-Fettsäuren sind wichtig
Stillende Mütter und ihre Babys benötigen Jod und Omega-3-Fettsäuren für eine gesunde Entwicklung. Fisch ist eine ausgezeichnete Quelle für diese Nährstoffe, und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt Stillenden sogar, zweimal pro Woche Fisch zu essen.
Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Schwermetallbelastung bei Meeresbewohnern. Große Meeresraubfische, die am Ende der Nahrungskette stehen, wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai, können besonders viel Quecksilber und Dioxine aufnehmen. Daher wird vom regelmäßigen Verzehr dieser Arten abgeraten.
Die gute Nachricht ist, dass die Umweltbelastung in den Meeren zurückgeht. Arten wie Kabeljau, Hering, Schellfisch und Seelachs können bedenkenlos verzehrt werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf Bio-Fisch zurückgreifen, wie beispielsweise Forelle und Lachs aus kontrollierten Zuchtbetrieben.
Wunder Po und Blähungen beim Baby: Verdächtige Lebensmittel
Viele Stillende verzichten auf bestimmte Lebensmittel, um ihrem Baby Bauchschmerzen, Blähungen oder einen wunden Po zu ersparen. Kohlsorten, Knoblauch und Zwiebeln stehen oft im Verdacht, Blähungen zu verursachen, während Zitrusfrüchte mit einem wunden Po in Verbindung gebracht werden.
Es ist wichtig zu wissen, dass es für diese Annahmen keinen wissenschaftlichen Beweis gibt. Die Verträglichkeit von Lebensmitteln ist bei jedem Baby sehr individuell. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist in der Stillzeit entscheidend, da die Mutter viele Nährstoffe für sich und ihr Kind benötigt. Das pauschale Ausschließen ganzer Listen von gesunden Lebensmitteln ist daher nicht sinnvoll.
Die folgende Liste gibt einen Überblick über Lebensmittel, die oft für Verdauungsprobleme bei Babys verantwortlich gemacht werden:
- Aprikosen
- Birnen
- Bohnen
- Brokkoli
- Erbsen
- Kirschen
- Knoblauch
- Kohl
- Kohlrabi
- Lauch
- Linsen
- Mais
- Paprika
- Pflaumen
- Sauerkraut
- Zwiebeln
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Baby bestimmte Lebensmittel verträgt, probieren Sie zunächst eine kleine Portion und beobachten Sie die Reaktionen Ihres Kindes. Bei Bedenken können Sie ein verdächtiges Lebensmittel für 1-2 Wochen vom Speiseplan streichen und beobachten, ob sich die Beschwerden Ihres Säuglings bessern.
Obst und seine Wirkung auf das Baby
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Obst bei Babys einen wunden Po verursacht. Dennoch hegen Eltern bei einigen Früchten wie Zitrusfrüchten, Kiwi, Beeren oder Melonen den Verdacht. Fruchtsäfte werden ebenfalls oft genannt.
Es ist möglich, dass einzelne Babys empfindlich auf bestimmte Stoffe in Lebensmitteln, wie Fruchtsäuren, reagieren. Ein roter Hautausschlag auf den Backen kann ein Anzeichen für eine Lebensmittelunverträglichkeit sein. Wenn Ihr Nachwuchs wiederholt Probleme zeigt, nachdem Sie bestimmte Lebensmittel konsumiert haben, können Sie diese vorübergehend weglassen. Bedenken Sie jedoch, dass sich die Darmflora Ihres Kindes weiterentwickelt und ein erneuter Versuch zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll sein kann. Obst ist ein wichtiger Vitaminlieferant und sollte nicht gänzlich vermieden werden.
Lebensmittel, die den Geschmack der Muttermilch verändern können
Die Muttermilch verändert ihren Geschmack basierend auf der Ernährung der Mutter. Wenn Sie in der Schwangerschaft bereits bestimmte Lebensmittel wie Knoblauch verzehrt haben, ist Ihr Kind möglicherweise bereits an den Geschmack gewöhnt und wird die Milch nicht ablehnen. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihr Baby die Milch ablehnt, sollten Sie auf einige Lebensmittel achten. Insbesondere Gewürze können den Geschmack der Milch stark beeinflussen.
- Knoblauch
- Gewürze (können den Geschmack beeinflussen)
- Karotten
Interessanterweise haben Forscher herausgefunden, dass scharfe Gewürze wie Chili, Curry oder Ingwer zwar für die Mutter intensiv schmecken, der Muttermilch aber kein verändertes Aroma verleihen.
Kräuter und Gewürze, die den Milchfluss beeinflussen können
Einige Kräuter und Gewürze können den Milchfluss beeinträchtigen, indem sie die Produktion anregen oder hemmen.
Kräuter und Gewürze, die die Milchbildung hemmen:
- Salbei
- Pfefferminze
- Petersilie
- Hibiskus
Stillende Mütter mit geringer Milchproduktion sollten auf diese Kräuter und Gewürze möglichst verzichten.
Kräuter und Gewürze, die die Milchbildung anregen:
- Dill
- Brennnessel
- Basilikum
- Fenchel
- Kümmel
- Kreuzkümmel
- Anis
Bei sehr starker Muttermilchproduktion ist es ratsam, den Konsum dieser Geschmacksstoffe zurückzuffuhren.
Allergien beim Säugling: Worauf stillende Mütter achten sollten
Wenn Ihr Baby unter Koliken, Hautausschlag, Atemnot, Durchfall, Erbrechen oder Blut im Stuhl leidet, könnte eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegen. Bei schweren Symptomen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
Obwohl Stillkinder seltener unter Allergien leiden als Flaschenkinder, kommen Unverträglichkeiten vor (ca. 2-3% der Stillkinder). Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion können Sie mögliche Auslöser vorübergehend weglassen und beobachten, ob sich die Symptome beim Baby bessern. Danach können Sie schrittweise Lebensmittel wieder einführen.
Die meisten Babys reagieren auf Milch und Milchprodukte. Daher kann es sinnvoll sein, zunächst Joghurt, Käse und Co. wegzulassen. Eine Absprache mit dem Kinderarzt ist ratsam, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Getränke in der Stillzeit: Kaffee und Alkohol
Koffein in der Stillzeit: In Maßen ist es in Ordnung
Kaffee ist für viele ein wichtiger Start in den Tag. Als Stillende dürfen Sie Kaffee weiterhin genießen, sollten jedoch auf eine moderate Menge achten. Zwei bis maximal drei Tassen pro Tag sind in der Regel unbedenklich. Bedenken Sie, dass Koffein in die Muttermilch übergeht. Bei einem unruhigen Kind kann eine Reduzierung des Kaffeekonsums sinnvoll sein. Dasselbe gilt für Schwarztee, von dem nicht mehr als vier Tassen täglich getrunken werden sollten, da er ebenfalls anregend wirkt.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt in der Stillzeit maximal 200 Milligramm Koffein pro Tag.

Alkohol während der Stillzeit: Besser meiden
Alkohol und Stillen vertragen sich nicht gut. Es gibt keine aussagekräftigen Studien darüber, ab welcher Menge Alkohol beim Baby Schäden entstehen, weshalb ein vollständiger Verzicht auf Wein, Bier und Schnaps empfohlen wird. Alkohol geht mit der Muttermilch auf das Kind über.
Sollte es unvermeidlich sein, anzustoßen, beachten Sie folgende Maßnahmen:
- Stillen Sie am besten direkt vor dem Alkoholkonsum.
- Pumpen Sie idealerweise die erste Stillmahlzeit nach dem Alkoholkonsum im Vorfeld ab.
- Trinken Sie zu Beginn der längsten Stillpause des Tages.
- Greifen Sie zu Getränken mit einem möglichst niedrigen Alkoholgehalt.
Die maximale Trinkmenge pro Woche liegt bei zwei Gläsern. Der Alkoholgehalt in der Muttermilch entspricht 95 % des Alkoholgehalts im Blut der Stillenden. Da Säuglinge Alkohol langsamer abbauen als Erwachsene, kann er länger im Organismus verbleiben und größere Schäden anrichten.
Wie dein Körper Alkohol abbaut | #trivialgenial | DAK-Gesundheit
Rauchen in der Stillzeit
Nikotin ist zwar kein Lebensmittel, sollte aber in der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst vermieden werden. Bei Schwierigkeiten, auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen.
Medikamente, die in der Stillzeit vermieden werden sollten
Bevor Sie Medikamente einnehmen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Informieren Sie das Fachpersonal, dass Sie stillen, damit ein für Sie und Ihr Baby geeignetes Präparat ausgewählt werden kann.
Zusätzliche Informationen zur Verträglichkeit von Medikamenten in der Stillzeit finden Sie auf der Internetseite embryotox.de, die von der Charité-Universitätsmedizin Berlin betrieben wird.
Bei Erkältungen und leichten Beschwerden sind Hausmittel und Naturheilmittel oft ausreichend. Nehmen Sie so wenige Medikamente wie möglich ein. Paracetamol und Ibuprofen gelten in normalen Mengen als sicher.
Folgende Arzneimittel sollten Sie meiden oder nur nach ärztlicher Rücksprache kurzzeitig einnehmen:
- Aspirin / ASS
- Codein
- Diclofenac
- Morphium
- Bestimmte Antibiotika wie Cotrimoxazol
- Abschwellende Nasensprays
- Durchfallmittel wie Loperamid
- Dimenhydrinat gegen Erbrechen
- Verschiedene Antihistaminika
- Kortison
- Pille und andere hormonhaltige Präparate

Trüffel in der Schwangerschaft und Stillzeit
Trüffel sind eine Delikatesse, die für ihren intensiven Geschmack und ihr einzigartiges Aroma bekannt sind. Sie sind ein Edelpilz, der in Symbiose mit Baumwurzeln lebt und selten und schwer zu finden ist, was ihren hohen Preis erklärt.
Trüffel in der Schwangerschaft
Schwangere Frauen können Trüffel grundsätzlich bedenkenlos essen, sofern sie den Geschmack mögen und keine negativen Reaktionen feststellen. Trüffel liefern Eiweiße, Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Eisen, die in der Schwangerschaft wichtig sind. Es ist ratsam, Trüffel in Maßen zu genießen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Getrocknete, gefrorene oder konservierte Trüffelprodukte sind ebenfalls eine sichere Option.
Trüffel in der Stillzeit
Auch stillende Mütter können Trüffel ohne Bedenken essen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Trüffel negative Auswirkungen auf das Baby haben. Die enthaltenen Nährstoffe können sogar von Vorteil sein. Auch hier gilt: Trüffel in Maßen genießen und auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Trüffel für Babys und Kleinkinder
Offiziell gehören Pilze, einschließlich Trüffel, nicht zum Beikostplan im ersten Lebensjahr. Babys können aufgrund fehlender Backenzähne Schwierigkeiten haben, Pilze ausreichend zu zerkauen. Grundsätzlich können Kleinkinder ab etwa einem Jahr kleine Mengen Trüffel probieren. Es ist wichtig, mit sehr kleinen Mengen zu beginnen, auf die Zubereitung (gut zerkleinert und untergemischt) und die Qualität zu achten. Zuchttrüffel wie der Speisetüffel sind besser geeignet als teure Edeltrüffel. Wildwachsende Pilze sollten Babys und Kleinkindern nicht gegeben werden, da sie mit Schadstoffen belastet sein können.
Nährwerte von Trüffel
Trüffel sind eine gute Quelle für Vitamin B5 (Pantothensäure) und Biotin (Vitamin B7). Vitamin B5 ist an vielen biochemischen Reaktionen beteiligt und wichtig für die Synthese von Cholesterin. Biotin ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener Enzyme und spielt eine Rolle im Amino- und Fettsäurestoffwechsel. Die empfohlene Tagesdosis dieser Vitamine wird durch eine ausgewogene Ernährung in der Regel gut abgedeckt.

Fazit: Genieße die Stillzeit mit einer ausgewogenen Ernährung
Viele Gerüchte rund um die Ernährung in der Stillzeit halten sich hartnäckig. Grundsätzlich gilt: Sie sind bei Ihrer Lebensmittelauswahl frei. Eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung ist der Schlüssel, um Mutter und Baby gesund zu halten. Achten Sie auf einen ausreichenden Bedarf an Eiweiß, Folsäure und Jod. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt über die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln, falls Sie einen Mangel vermuten.