Wenn Nachwuchs erwartet wird, gibt es viel zu bedenken. Ein zentraler Punkt ist die Einrichtung eines geeigneten Platzes für das Baby. Neben einem Schlafplatz ist ein Wickeltisch unerlässlich. Doch ein solcher Tisch muss nicht zwingend gekauft werden; ein Wickeltisch kann auch selbst gebaut werden, und das ist oft einfacher, als man denkt.

Die Basis: Eine stabile Kommode
Ideal für den Selbstbau eines Wickeltisches eignet sich eine bereits vorhandene oder günstig erworbene Holzkommode. Wichtig ist, dass die Kommode stabil steht und über Schubladen oder Fächer verfügt, die ausreichend Stauraum für Babykleidung und Wickelutensilien bieten.
Materialien für den Wickeltisch-Umbau
Für die Umwandlung einer Kommode in einen Wickeltisch werden folgende Materialien benötigt:
- Eine MDF-Platte, zugeschnitten auf die Breite der Kommode.
- Eine passend zugeschnittene Schaumstoffplatte.
- Geeigneter, abwaschbarer Stoff zum Beziehen der Wickelauflage.
- Sprühkleber.
- Ein Tacker.
- Klettband.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wickeltisch-Bau
Die folgende Anleitung beschreibt, wie Sie aus einer Kommode einen funktionalen Wickeltisch fertigen:
1. Ausmessen und Zuschneiden
Zuerst muss die Kommode genau ausgemessen werden. Basierend auf diesen Maßen werden die MDF- und Schaumstoffplatten zugeschnitten. Achten Sie darauf, die exakte Breite zu ermitteln und für den hinteren Überstand etwa 20 cm hinzuzurechnen. Viele Baumärkte bieten hierfür einen Zuschnittservice an.
2. Stoffauswahl
Für die Wickelauflage eignet sich ein Stoff, der leicht zu reinigen ist. Da beim Wickeln leicht etwas daneben gehen kann, ist ein abwaschbarer Stoff die praktischste Wahl. Solche Stoffe finden sich im Baumarkt oder im Textilfachhandel.
3. Polsterung der Auflage
Eine Seite der zugeschnittenen MDF-Platte wird mit Sprühkleber behandelt. Darauf wird die Schaumstoffplatte fixiert. Der Schaumstoff sollte an allen Seiten etwa 1 cm überstehen, um scharfe Kanten oder Ecken abzudecken.
4. Bezug der Auflage
Legen Sie den ausgewählten Stoff mit der Innenseite nach oben auf den Boden. Platzieren Sie die Platte mit der Schaumstoffseite nach unten darauf. An allen Seiten sollten etwa 10 cm Stoff überstehen. Dieser Stoff wird nun umgeschlagen und auf der Plattenrückseite mit dem Tacker befestigt.
5. Befestigung der Wickelauflage an der Kommode
Für die Sicherheit des Kindes ist eine feste Verbindung zwischen der Wickelauflage und der Kommode entscheidend. Kleben Sie ausreichend Klettbandstreifen auf die Oberfläche der Kommode, um die Auflage sicher zu befestigen. Entfernen Sie die Schutzfolien von der Oberseite des Klettbandes und legen Sie die Platte so auf die Kommode, dass sie vorne bündig abschließt und hinten den geplanten Überstand von 20 cm aufweist.
Die Lösung für kleine Räume
Alternative: Klappbarer Wickeltisch für platzsparende Lösungen
Eine weitere praktische Lösung, besonders wenn der Platz begrenzt ist, ist ein klappbarer Wickeltisch. Solche Modelle können an der Wand montiert werden und benötigen im zusammengeklappten Zustand kaum Raum. Oft sind sie so konzipiert, dass sie sich leicht öffnen und schließen lassen.
Konstruktion eines klappbaren Wickeltisches
Die Konstruktion eines solchen Wickeltisches erfordert präzises Arbeiten. Typischerweise werden hierfür Multiplexplatten verwendet. Wichtige Schritte umfassen das Fräsen von Schlitzen für Flachdübel, das Bohren von Lochreihen für Bordträger und das Zuschneiden sowie Nacharbeiten der Klappe. Die Befestigung erfolgt oft mit Stahlwinkeln, Schloss-Schrauben und Hutmuttern. Ein Distanzbrett unterhalb der Bodenplatte und Zieraufsätze können die Funktionalität und Optik verbessern.

Grundlagen und Normen im Treppenbau
Obwohl der Fokus dieses Artikels auf Wickeltischen liegt, ist es interessant zu wissen, dass der Bau von Treppen eine lange Geschichte hat und strengen Normen unterliegt. Die DIN 18065 legt beispielsweise Maße für Wohnhaustreppen fest, wie die zulässige Breite, Höhe und Tiefe von Stufen sowie die Geländerhöhe. Die Schrittmaßregel (2 x Steigungshöhe + Auftritt) hilft, eine bequeme Steigung zu berechnen, wobei ein Ergebnis zwischen 59 und 65 cm als optimal gilt.
Materialien für Treppen
Holz ist ein beliebtes Material für Treppen, da es strapazierfähig, pflegeleicht und gut zu bearbeiten ist. Harthölzer wie Buche, Eiche, Ahorn oder Esche eignen sich besonders gut für stark beanspruchte Bereiche wie Trittstufen. Nadelhölzer wie Kiefer oder Lärche sind oft eine gute Wahl für Treppenwangen.
Sicherheit bei Treppen
Bei Treppen ist Sicherheit von höchster Bedeutung. Geländer müssen eine Mindesthöhe von 90 cm aufweisen und stabil befestigt sein. Besonderes Augenmerk gilt der Kindersicherheit, um ein Überklettern zu verhindern. Die richtige Beleuchtung des Treppenbereichs ist ebenfalls essenziell, um Stolperfallen zu vermeiden.
Wichtige Aspekte bei der Planung von Treppen
- Bauform: Gerade Treppen, Wendeltreppen, Spindeltreppen oder Spartreppen - die Wahl hängt vom verfügbaren Platz und der gewünschten Ästhetik ab.
- Material: Massivholz, furnierte Holzwerkstoffe oder Kombinationen mit Metall sind gängige Optionen.
- Statik und Sicherheit: Gesetzliche Anforderungen (z.B. DIN 18065) müssen erfüllt sein.
- Nutzung: Berücksichtigen Sie zukünftige Bedürfnisse wie den Transport sperriger Möbel oder die eventuelle Installation eines Treppenlifts.
- Genehmigungen: Für den Bau oder Umbau von Treppen ist oft eine Baugenehmigung erforderlich.

Qualitätsmerkmale einer guten Treppe
Eine qualitativ hochwertige Treppe zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Einhaltung der DIN 18065.
- Verwendung von Holz gemäß DIN 86368 in der entsprechenden Güteklasse.
- Gleichmäßige Wendelung und exakte Stufenabstände.
- Schallmindernde Befestigung von Stufen, falls möglich.
- Fachgerecht verarbeitete und stabile Geländer, insbesondere An- und Austrittsposten.
- Ausreichender Durchmesser des Handlaufs (mind. 4,8 cm für runde, mind. 4x6 cm für eckige).
- Hochwertige Oberflächenbehandlung (Lackierung oder Versiegelung).
- Schriftliche Bestätigung des Stabilitätsnachweises.
Häufige Fehler im Treppenbau
Beim Bau von Treppen können verschiedene Fehler auftreten, die die Sicherheit und Funktionalität beeinträchtigen:
- Unterschiedliche Treppensteigung: Dies führt zu Stolperfallen.
- Geschlossenes Treppenauge: Erschwert den Transport großer Gegenstände.
- Durchlaufende Wände: Können bei schmalen Treppen zu eng sein.
- Zu kleines Treppenloch: Muss auf die Treppengröße abgestimmt sein.
- Zu dünne Hauswand: Muss als tragende Wand ausgeführt sein, um die Treppe sicher zu verankern.
- Falsch platzierte Schalter: Lichtschalter sollten am An- und Austritt positioniert sein.
- Falsch gewendelte Treppe: Kann zu schmalen Stufenspitzen führen.
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