PCO-Syndrom ohne Insulinresistenz: Behandlung mit Clavella und Erfahrungen

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen und betrifft schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter. Die Diagnose PCO wurde bei mir vor zehn Jahren gestellt. Über viele Jahre hinweg habe ich die Pille zur Behandlung eingenommen. Als Jugendliche stellten seltene Menstruationszyklen kein großes Problem dar. Nach dem Absetzen der Pille im Sommer dieses Jahres hatte ich zunächst zwei reguläre Zyklen, gefolgt von einer über 60-tägigen Aussetzung der Periode. Daraufhin wurde eine Hormonuntersuchung durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Besonders erfreulich ist, dass keine Insulinresistenz vorliegt. Meine Werte sind sogar so gut, dass eine Behandlung mit Metformin nicht angezeigt ist. Stattdessen wurde eine Behandlung mit Clomifen oder Spritzen in Erwägung gezogen. Die Blutwerte selbst sind insgesamt nicht besorgniserregend, mit leicht erhöhten Werten für Testosteron und Androstendion. Mein Body-Mass-Index (BMI) liegt derzeit bei etwa 24,5. Seit einigen Wochen ernähre ich mich zuckerfrei und bevorzuge Vollkornprodukte. Zusätzlich nehme ich seit fast drei Monaten Agnus Castus und seit einigen Wochen Clavella ein. Ein Termin in einer Kinderwunschklinik ist für Ende Januar geplant.

Kurz zu meiner persönlichen Situation: Ich bin vor kurzem 26 Jahre alt geworden und habe seit fast zwei Jahren einen Kinderwunsch. Seit August 2014 bin ich in einer Kinderwunschklinik betreut worden. Dort wurde ein Anti-Müller-Hormon (AMH) von < 0,08 festgestellt, während die restlichen Hormone im Normbereich lagen. Eine Insulinresistenz war vorhanden. Nach fünf Zyklen Stimulation mit Gonal-F und erhöhten Follikelstimulierendem Hormon (FSH)-Werten zu Beginn dieses Jahres, folgte eine Stimulation mit Menogon. Nach einer fünfmonatigen Pause in der Klinik steht bald die erneute Vorstellung dort an.

Aufgrund der damals diagnostizierten Insulinresistenz wurde mir in der Kinderwunschklinik Metformin empfohlen, das ich jedoch aufgrund seines schlechten Rufs bezüglich Nebenwirkungen ablehnte. Mein neuer Frauenarzt wies mich auf augenscheinlich erhöhte Testosteronwerte hin, basierend auf vereinzelten dunklen Haaren an unliebsamen Stellen und ausgeprägter Akne. Als er meinen Kinderwunsch und die Insulinresistenz auf dem Anamnesebogen sah, empfahl er mir Clavella mit dem Wirkstoff Myo-Inositol.

Was ist Clavella und wie wirkt es?

Clavella ist ein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel, das Myo-Inositol und Folsäure enthält. Es ist speziell für Frauen mit PCO-Syndrom oder metabolischem Syndrom konzipiert. Laut Herstellerangaben soll es eine ähnliche Wirkung wie Metformin entfalten, jedoch ohne die bekannten Nebenwirkungen. Die Produktbroschüre wirbt mit positiven Statistiken im Vergleich zu Metformin.

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, Clavella auszuprobieren, da ich nichts zu verlieren habe. Seit 10 Tagen nehme ich es nun ein und kann bereits eine deutliche Verbesserung meines Hautbildes feststellen. Die Wirkung von Clavella wird üblicherweise nach etwa drei Monaten erwartet. Es soll helfen, die Zykluslänge zu normalisieren und kann begleitend zu Hormontherapien eingesetzt werden. Recherchen im Internet deuten darauf hin, dass einige Frauen mit Eisprungproblemen durch die Einnahme von Clavella schwanger geworden sind. Daher werde ich meine Erfahrungen weiter dokumentieren.

Ein Nachteil sind die Kosten: In Apotheken kostet eine Monatsration etwa 40 Euro, online ist es für rund 32 Euro erhältlich. Clavella ist ein leicht süßlich schmeckendes Brausepulver, das morgens und abends vorzugsweise vor den Mahlzeiten in einem Glas Wasser aufgelöst wird.

Infografik, die die wichtigsten Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des PCO-Syndroms darstellt.

Das PCO-Syndrom: Ursachen, Symptome und Diagnostik

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine hormonelle Störung, die bei Frauen zu Symptomen wie Zyklusstörungen, Haarausfall und Unfruchtbarkeit führen kann. Typische Anzeichen sind Haarausfall am Kopf, verstärktes Haarwachstum an unerwünschten Stellen, eine maskulinere Körperentwicklung, Akne und ein unerfüllter Kinderwunsch. Es wird geschätzt, dass etwa eine Million Frauen in Deutschland betroffen sind, was fünf bis zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter entspricht.

Die namensgebenden "Zysten" in den Eierstöcken sind eigentlich unreife Eizellen, und nur etwa 70 Prozent der Betroffenen weisen dieses Symptom auf. Das PCOS ist eine Störung im hormonellen Regelkreis von Frauen, die oft erhebliche psychische Auswirkungen hat. Obwohl die Krankheit nicht heilbar ist, können die Symptome wirksam gemildert werden.

Ursachen und genetische Faktoren

Die genauen Ursachen des PCOS sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Frauen, deren Mütter ebenfalls am PCOS erkrankt sind oder deren Väter frühzeitig an hormonell bedingtem Haarausfall leiden, haben ein erhöhtes Risiko. Ein auffälliger Zusammenhang besteht auch mit dem Körpergewicht: Drei von vier Betroffenen sind übergewichtig.

Körpergewicht und Insulinresistenz

Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion allein oft zu einer deutlichen Besserung führen. Eine Anpassung des Lebensstils und der Ernährungsgewohnheiten hilft, den gestörten Hormonhaushalt zu regulieren. Wenn die Muskeln aktiv sind und das hormonproduzierende Bauchfett reduziert wird, reagieren die Zellen besser auf Insulin, der Blutzuckerspiegel sinkt und damit auch die Produktion männlicher Hormone. Daher sollten insbesondere Weißmehlprodukte und Süßigkeiten gemieden werden.

Die meisten Frauen mit PCOS, auch normalgewichtige, leiden an einer Insulinresistenz. Das bedeutet, ihre Zellen reagieren nicht mehr angemessen auf das Hormonsignal des Insulins zur Aufnahme von Zucker aus dem Blut, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Der Körper produziert daraufhin vermehrt Insulin. Dies erhöht das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2. Die Insulinresistenz begünstigt wiederum Übergewicht, da das Hormon den Körper zur Energiespeicherung anregt und die Produktion männlicher Hormone fördert - ein Teufelskreis.

Schema, das den Zusammenhang zwischen Insulinresistenz, Übergewicht und erhöhter Androgenproduktion beim PCO-Syndrom veranschaulicht.

Symptome des PCO-Syndroms

Das PCO-Syndrom zeichnet sich durch verschiedene Störungen der Eierstöcke aus:

  • Polyzystische Ovarien: Die Eierstöcke sind mit zahlreichen kleinblasigen Veränderungen, den sogenannten Follikeln, durchsetzt.
  • Zyklusstörungen: Seltener oder fehlender Eisprung (Anovulation), lange Abstände zwischen den Regelblutungen (Oligomenorrhoe) oder das vollständige Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe). Das PCO-Syndrom ist die häufigste Ursache für das Ausbleiben der Blutung.
  • Erhöhter Spiegel männlicher Sexualhormone (Androgene): Dies kann sich in äußeren Anzeichen einer "Vermännlichung" wie verstärktem Körperhaarwuchs (Hirsutismus), Akne und Haarausfall am Kopf äußern.

Seltene und unregelmäßige Regelblutungen, vermehrte Körperbehaarung, Haarausfall und fettige Haut sind nur einige der möglichen Symptome. Insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch kann das PCOS eine erhebliche Belastung darstellen, da die Störung mit verminderter Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit verbunden ist. Mithilfe einer geeigneten Therapie zur Anregung des Eisprungs kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft jedoch erhöht werden.

Diagnostik des PCO-Syndroms

Die Diagnostik beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte, bei der langjährige Zyklusstörungen oder ein unerfüllter Kinderwunsch auf ein PCOS hindeuten können. Bei der körperlichen Untersuchung können Akne, Hirsutismus oder Übergewicht weitere Hinweise geben.

Zusätzlich werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Vaginaler Ultraschall: Bei Frauen mit PCOS sind die Eierstöcke meist vergrößert und weisen mindestens zwölf kleine Zysten mit einem Durchmesser von zwei bis neun Millimeter auf, die perlschnurartig unter der Oberfläche liegen und typischerweise beidseits nachweisbar sind.
  • Hormonuntersuchung im Labor: Charakteristisch sind erhöhte Luteinisierendes Hormon (LH)-Spiegel bei normalem bis niedrigem Follikelstimulierendes Hormon (FSH)-Spiegel. Die Konzentrationen der männlichen Hormone sind erhöht. Folgende Hormone werden typischerweise bestimmt:
    • Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
    • Luteinisierendes Hormon (LH)
    • Testosteron und freies Testosteron
    • Dehydroepiandrosteron (DHEA)
    • Androstendion (ASD)
    • Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG)
    • Estradiol (E2)
    • Prolaktin
    • Insulin
  • Spezielle Labortests:
    • Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) wird gemeinsam mit der Bestimmung des Insulinspiegels durchgeführt. Bei vorliegender Insulinresistenz steigt die Insulinkonzentration im Verlauf des Tests stark an.
    • Der Dexamethason-Test dient der Lokalisation der Androgenproduktion, da dafür die Eierstöcke und die Nebennieren in Frage kommen. Um eine eindeutige Diagnose stellen zu können, müssen die Nebennieren als alleinige überschießende Androgenquelle ausgeschlossen werden.
Tabelle mit den typischen Hormonwerten bei PCO-Syndrom (LH, FSH, Testosteron etc.)

Behandlungsmöglichkeiten des PCO-Syndroms

Die Behandlung des PCO-Syndroms richtet sich nach den individuellen Symptomen und dem Vorliegen eines Kinderwunsches.

Medikamentöse Therapie

  • Metformin oder Clavella: Da PCOS häufig mit einer Insulinresistenz einhergeht, kann eine medikamentöse Therapie mit Metformin erwogen werden. Metformin verstärkt die Wirkung des körpereigenen Insulins und verbessert die Glukoseaufnahme in die Zellen. Dadurch sinkt die Insulinsekretion, was wiederum die anregende Wirkung auf die Eierstöcke reduziert und idealerweise zu einem normalen Zyklus führt. Clavella (Myo-Inositol) verbessert ebenfalls die Insulinempfindlichkeit, senkt die Androgenwerte und kann die Ovarialfunktion regulieren.
  • Clomifen: Der synthetische Eisprungauslöser Clomifen kann helfen, den Eisprung auszulösen.
  • Antibabypille: Dies ist die klassische Therapie für Frauen ohne Kinderwunsch, die Symptome eines Androgenüberschusses aufweisen. Die Pille unterdrückt die überschießende Hormonproduktion der Androgene. Der Eisprung bleibt aus, und die Blutung tritt als Abbruchblutung in der Pillenpause auf. Oft wird eine Pille mit zusätzlicher antiandrogener Wirkung gewählt, um Symptome wie Akne und Hirsutismus zu verbessern.
  • Substitution von natur-identischem Progesteron: Eine Gabe von Progesteron, z.B. vom 12. bis 26. Zyklustag, kann ein hormonelles Gegengewicht zur verstärkten Androgenseite bilden und zu einem hormonellen Gleichgewicht führen. Hierbei sollte jedoch auf mögliche Verschlechterungen der Akne geachtet werden.
  • Saw Palmetto Kapseln: Die Sägepalme kann bei PCOS-bedingter Akne wirksam sein, indem sie regulierend in das hormonelle Geschehen eingreift.

Lebensstiländerungen

Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind entscheidend, um die Entwicklung von Übergewicht zu vermeiden. Übergewichtige Frauen mit PCOS sollten eine Gewichtsreduktion anstreben, da dies zur Balancierung des gestörten Hormonhaushalts beiträgt. Vor allem sollten Weißmehlprodukte und Süßigkeiten gemieden werden.

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Persönliche Erfahrungen und Ausblick

Im Folgenden werden einige persönliche Erfahrungen und Fragen von Frauen mit PCO-Syndrom geteilt, die sich mit der Thematik auseinandersetzen:

  • Eine Frau berichtet von Erfahrungen mit Clavella nach dem Absetzen der Pille. Nach 10 Jahren Pilleneinnahme und anschließenden langen Zyklen wurde bei ihr PCOS diagnostiziert. Nach Beginn der Einnahme von Clavella bemerkte sie eine Verbesserung ihres Hautbildes und eine bräunliche Schmierblutung, hofft jedoch auf eine baldige Periode und einen Eisprung im nächsten Zyklus.
  • Eine andere Frau erwähnt, dass Clavella ihr nicht geholfen hat, einen Zyklus zu bekommen. Ihre Behandlung erfolgte stattdessen mit Letrozol, Cortison und Ovitrelle, wobei sie eine gute Eizellqualität erzielte. Ihr Arzt ist Stoffwechseltherapeut und hat alle Werte, einschließlich der Insulinresistenz, getestet.
  • Eine weitere Betroffene berichtet von einer Diagnose trotz Normalgewicht, regelmäßigen Zyklen und ohne übermäßigen Haarwuchs. Sie hatte im letzten Zyklus Clavella ausprobiert und bemerkte eine Verbesserung der Haut, aber auch starke Müdigkeit und Erschöpfung.
  • Eine Frau mit PCO und langjährigem Kinderwunsch berichtet von zwei erfolglosen Inseminationsversuchen nach Stimulation mit Ovaleap.
  • Eine andere Frau hatte mit Clomifen eine extreme Überstimulation erfahren und fragt nach Alternativen, da sie schlank ist, sportlich, keine Insulinresistenz hat und seit zwei Jahren einen unerfüllten Kinderwunsch. Ihr Arzt schlug die Einnahme der Pille für 2-3 Monate vor.
  • Eine Frau mit PCO, die bereits eine gesunde Tochter hat, berichtet von langen Zyklen nach Absetzen der Pille. Eine Behandlung mit Clomifen brachte im dritten Zyklus Erfolg.
  • Eine Frau mit PCO und Endometriosezysten hatte zwei erfolglose Inseminationsversuche nach Stimulation mit Ovaleap.
  • Eine Frau mit PCO erlitt nach einer Stimulation nach dem Antagonistenprotokoll für eine IVF-Behandlung ein Überstimulationssyndrom.

Die genetische Komponente des PCO-Syndroms deutet darauf hin, dass die Erkrankung nicht vollständig heilbar ist. Dennoch sind die Prognosen für eine Schwangerschaft, insbesondere mit den Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin, oft gut. Individuelle Markenempfehlungen von Experten basieren auf deren Einschätzung und stellen keine finanzierte Werbung dar.

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