Ein Schwangerschaftsabbruch, ob medikamentös oder chirurgisch, kann eine Vielzahl von körperlichen Reaktionen hervorrufen, die sich auf den Genesungsprozess auswirken. Während die meisten Frauen sich relativ schnell erholen und keine langfristigen körperlichen oder psychischen Folgen erfahren, ist es wichtig, die möglichen Nachwirkungen zu verstehen und auf den eigenen Körper zu achten.
Hormonelle Umstellung und Bauchwachstum
Nach einem Schwangerschaftsabbruch, insbesondere nach einer Ausschabung, kann es zu einem vorübergehenden Bauchwachstum kommen. Dies ist oft auf die Nachwirkungen der hormonellen Umstellung zurückzuführen. In der Frühschwangerschaft lagert der Körper vermehrt Wasser ein, und das Gewebe lockert sich auf. Da die Hormonproduktion nach dem Eingriff noch nicht vollständig auf den nicht-schwangeren Zustand zurückgebildet ist, können diese Effekte noch eine Weile anhalten. In der Regel normalisiert sich die Hormonsituation innerhalb des nächsten Monats, was zu einer Rückbildung von Bauch- und Brustwachstum führt.
Ein Beispiel hierfür ist die Erfahrung einer Frau, die nach einer Ausschabung in der 9. Schwangerschaftswoche (SSW) feststellte, dass ihr Bauch weiter wuchs. Da sie sehr schlank ist, fiel dies ihr besonders auf und verursachte emotionalen Schmerz, da sie sich einen echten Babybauch wünschte. Es wurde ihr erklärt, dass dies durch die anhaltende Hormonumstellung bedingt ist und sich voraussichtlich innerhalb eines Monats zurückbilden sollte.

Mögliche Komplikationen und gesundheitliche Probleme
Obwohl Schwangerschaftsabbrüche in der Regel sicher sind und Komplikationen selten auftreten (bei weniger als 0,2 % aller Behandlungen), ist es wichtig, sich möglicher Probleme bewusst zu sein:
Lang anhaltender Blutverlust
Ein anhaltender Blutverlust nach dem Eingriff kann darauf hindeuten, dass Schwangerschaftsgewebe in der Gebärmutter verblieben ist. In solchen Fällen kann eine Nachbehandlung erforderlich sein, um die verbleibenden Gewebereste zu entfernen. Dies kann durch zusätzliche Medikamente oder eine erneute Kürettage erfolgen.
Übermäßiger Blutverlust oder Verletzung der Gebärmutter
In sehr seltenen Fällen kann es während oder unmittelbar nach dem Eingriff zu übermäßigem Blutverlust kommen. Dies kann durch eine Verletzung der Gebärmutter oder Probleme bei der Blutgerinnung verursacht werden und erfordert möglicherweise eine zusätzliche Behandlung im Krankenhaus.
Infektionen
Obwohl die Behandlung unter strengen hygienischen Bedingungen durchgeführt wird, besteht ein geringes Infektionsrisiko. Symptome einer Infektion können Fieber (über 38,5 °C) und Bauchschmerzen sein. Zur Vorbeugung werden oft Antibiotika verschrieben. Nach dem Eingriff wird empfohlen, auf Tampons, Geschlechtsverkehr, Schwimmen und Baden zu verzichten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Duschen ist jederzeit möglich.

Positiver Schwangerschaftstest bei der Nachuntersuchung
Ein positiver Schwangerschaftstest nach einem Abbruch ist meist auf zurückgebliebenes Schwangerschaftsgewebe zurückzuführen. Nur in sehr seltenen Fällen besteht tatsächlich noch eine Schwangerschaft. Das Risiko für Restgewebe liegt bei medikamentösen Abbrüchen bei etwa 5-6 % und bei einer Saugkürettage bei 1-2 %. Eine Ultraschalluntersuchung gibt hierüber verlässlich Auskunft.
Schmerzen und Beschwerden nach dem Eingriff
Unmittelbar nach einem chirurgischen Abbruch kann es zu einem leichten Ziehen oder Schmerzen durch das Zusammenziehen der Gebärmutter kommen. Bei einem medikamentösen Abbruch treten häufiger Bauch- und/oder Kreuzschmerzen auf, da Prostaglandine zur Auslösung der Kontraktionen eingesetzt werden. Die vorbeugende Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac wird empfohlen. Wärmflaschen oder Heizkissen können ebenfalls Linderung verschaffen.
Einige Frauen berichten auch von Schmerzen im Unterbauch, insbesondere beim Stuhlgang oder bei Blähungen, wie eine Frau, die nach einem medikamentösen Abort ohne Ausschabung ungewöhnlich lange Blutungen hatte. Trotz negativer Befunde beim Gynäkologen, der eine Gebärmutterentzündung ausschloss, blieben die Schmerzen bestehen, was auf eine gereizte Gebärmutter aufgrund der langen Blutung hindeuten könnte.
Körperliche Erholung und Alltagsaktivitäten
Blutungen
Die Blutungen nach einem chirurgischen Abbruch sind üblicherweise schwächer als eine normale Regelblutung, können aber unregelmäßig auftreten. Nach einem medikamentösen Abbruch können die Blutungen anfangs stärker sein und als leichte Schmierblutungen 1-2 Wochen andauern. Stärkere Blutungen, die Blutgerinnsel enthalten können, sind möglich, insbesondere etwa 4-6 Tage nach einem operativen Abbruch.
Geschlechtsverkehr, Tampons, Schwimmen und Baden
Es wird empfohlen, in den ersten 2-3 Tagen nach einem Abbruch auf Geschlechtsverkehr, Tampons, Schwimmen und Baden zu verzichten. Danach können diese Aktivitäten wieder aufgenommen werden, sobald die Frau sich danach fühlt. Duschen ist jederzeit möglich.
Krankenstand und körperliche Tätigkeit
Nach einem chirurgischen Eingriff ist ein Krankenstand in den meisten Fällen nicht notwendig. Bei einem medikamentösen Abbruch, der anfangs stärkere Blutungen mit sich bringen kann, wird empfohlen, nicht zu arbeiten. Die Entscheidung, wann die Arbeit wieder aufgenommen werden kann, hängt vom individuellen Erholungsprozess ab. Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten ist Vorsicht geboten.
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Schwangerschaftssymptome und Hormonabbau
Übelkeit verschwindet in der Regel innerhalb eines Tages nach dem Abbruch. Brustspannen kann bis zu etwa drei Wochen anhalten. Das Schwangerschaftshormon hCG wird langsam abgebaut, weshalb Schwangerschaftstests bis zum Einsetzen der nächsten Regelblutung positiv ausfallen können. Die Symptome einer Schwangerschaft klingen in der Regel innerhalb von 2-3 Wochen nach dem Abbruch ab, da sich die Blutspiegel des Schwangerschaftshormons rasch halbieren.
Fruchtbarkeit und Verhütung
Ein Schwangerschaftsabbruch hat in der Regel keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Der nächste Eisprung findet etwa zwei Wochen nach dem Abbruch statt, wodurch sofort wieder eine Schwangerschaft möglich ist. Daher ist eine zuverlässige Verhütung ratsam. Hormonelle Verhütungsmittel können bereits am Tag des Abbruchs begonnen werden, und eine Spirale kann direkt nach einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden.
Die vorliegende Schwangerschaft belegt die Fruchtbarkeit einer Frau. Ein komplikationsloser Abbruch beeinträchtigt diese nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für eine verminderte Fruchtbarkeit nach einem Abbruch. Verklebungen in der Gebärmutter sind äußerst selten, und Unfruchtbarkeit wird meist durch Infektionen verursacht, die nach jedem Eingriff im Genitalbereich entstehen können.
Psychische Befindlichkeit nach einem Schwangerschaftsabbruch
Frauen verarbeiten einen Schwangerschaftsabbruch sehr unterschiedlich. Während viele sich nach dem Eingriff erleichtert fühlen, können auch Gefühle wie Trauer, Verlust oder Bedauern auftreten. Dies ist Teil eines normalen Verarbeitungsprozesses. Psychische Probleme sind selten, es sei denn, es bestanden bereits vorher psychische Belastungen, es gab Druck von außen, Schamgefühle oder mangelnde Unterstützung im Umfeld.
Eine gute Information vorab, eine selbstbestimmte Entscheidung, soziale Akzeptanz und eine einfühlsame medizinische Betreuung sind entscheidend für die psychische Genesung. Wenn eine Frau sich nach einem Abbruch psychisch nicht gut fühlt, kann sie sich an Schwangerschaftsberatungsstellen oder gynäkologische Praxen wenden. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym.
Nachkontrolle und Zyklusbeginn
Nach einem chirurgischen Abbruch erfolgt sofort eine Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle. Einige Wochen später ist eine Nachuntersuchung beim Frauenarzt zur Besprechung der weiteren Verhütung sinnvoll. Nach einem medikamentösen Abbruch sollte innerhalb von 1-3 Wochen eine Ultraschalluntersuchung erfolgen, um den Erfolg zu bestätigen. Die nächste Regelblutung tritt meist etwa 4-6 Wochen nach dem Abbruch ein, wobei die ersten Zyklen unregelmäßig sein können.
