Medela Fingerfeeder: Anwendung und Vorteile für die Säuglingsernährung

Der Medela Fingerfeeder ist ein spezieller Aufsatz für Spritzen, der dazu dient, Babys beim Trinken zu unterstützen. Er wird insbesondere bei Frühgeborenen, saugschwachen Babys oder Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte eingesetzt. Die Methode ermöglicht es, während des Saugens an Brust oder Finger zusätzliche Milch in den Mund des Babys zu spritzen, um das Trinken zu erleichtern und zu fördern.

Schema der Anwendung des Medela Fingerfeeders

Wie funktioniert der Medela Fingerfeeder?

Die Anwendung des Fingerfeeders erfordert eine gewisse Technik, die idealerweise von einer Fachperson (Hebamme, Stillberaterin) angeleitet werden sollte. Grundsätzlich wird wie folgt vorgegangen:

  • Sanft die Lippen des Babys stimulieren, bis es den Mund öffnet.
  • Vorsichtig eine Fingerkuppe in den Mund des Babys schieben.
  • Sobald das Baby kräftig an der Fingerkuppe saugt, diese behutsam bis zum Übergang vom harten zum weichen Gaumen gleiten lassen. Der Fingernagel ruht dabei auf der Zunge.
  • Anschließend wird der Fingerfeeder behutsam entlang des Fingers in den Mundwinkel des Babys geführt.

Diese Methode funktioniert auch, wenn das Baby an der Brust saugt. Dabei werden kleine Mengen Nahrung mit der Spritze in den Mundwinkel gegeben, während das Baby an der Brust saugt.

Vorteile des Fingerfeeders

Der Medela Fingerfeeder bietet mehrere Vorteile für die Ernährung von Säuglingen:

  • Unterstützung des natürlichen Saugverhaltens: Durch das Saugen am Finger mit dem Fingerfeeder kann das Baby sein natürliches Saugbedürfnis stillen und gleichzeitig die orale Nahrungsaufnahme trainieren. Dies kann helfen, das Saugverhalten zu stärken und zu fördern, was besonders bei Babys mit Saugproblemen von Vorteil ist.
  • Genaue Kontrolle der Fütterung: Die Mutter oder Betreuungsperson hat eine genaue Kontrolle über die Saug- und Zungenbewegungen des Kindes und kann die Menge und Dauer der Fütterung selbst bestimmen.
  • Vermeidung von Saugverwirrung: Im Gegensatz zu künstlichen Saugern (Flaschensauger, Schnuller) kann der Fingerfeeder keine Saugverwirrung verursachen, da er das natürliche Saugverhalten an der Brust imitiert. Dies beeinflusst das Stillen positiv und beugt Problemen wie Brustverweigerung oder vorzeitigem Abstillen vor.
  • Verabreichung kleiner Flüssigkeitsmengen: Das Hilfsmittel eignet sich hervorragend zur Verabreichung kleiner Flüssigkeitsmengen wie Kolostrum, Muttermilch oder Medikamenten.
  • Flexibilität: Der Fingerfeeder ist kompatibel mit allen handelsüblichen Spritzen und kann auch für die Zufütterung an der Brust verwendet werden.
  • Hygiene: Der Feeder ist wiederverwendbar und kann nach Gebrauch ausgekocht und sterilisiert werden.
Nahaufnahme des Medela Fingerfeeders, der an einer Spritze befestigt ist

Für wen ist der Fingerfeeder geeignet?

Der Fingerfeeder ist besonders hilfreich für:

  • Frühgeborene: Diese Babys haben oft noch nicht die Kraft oder Koordination, um effektiv an der Brust zu saugen.
  • Saugschwache Babys: Babys, die Schwierigkeiten haben, einen ausreichenden Sog aufzubauen.
  • Babys mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Hier kann der Fingerfeeder eine alternative Fütterungsmethode darstellen.
  • Babys, die eine Zufütterung an der Brust benötigen: Wenn die Mutter nicht genügend Milch hat oder das Baby Schwierigkeiten beim direkten Stillen hat.

Anwendungshinweise und Reinigung

Bei der Anwendung des Fingerfeeders ist es wichtig, auf einige Details zu achten:

  • Die Hände sollten vor dem Füttern gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden.
  • Die Fingernägel sollten kurz und sauber sein.
  • Der Säugling sollte in einer aufrechten und bequemen Position gehalten werden.
  • Die Temperatur der Flüssigkeit sollte vor dem Füttern überprüft werden.
  • Es ist wichtig, dem Saug- und Schluckrhythmus des Säuglings zu folgen und zu vermeiden, dass er Luft schluckt.
  • Bei Anzeichen von Stress (Grimassen, aufgerissene Augen) sollte der Milchfluss verlangsamt oder eine Pause eingelegt werden.

Die Reinigung des Medela Fingerfeeders ist unkompliziert:

  1. Nach jedem Gebrauch mit kaltem Wasser abspülen.
  2. Mit warmem Seifenwasser gründlich reinigen.
  3. Erneut mit kaltem Wasser abspülen.
  4. Mit einem sauberen Tuch abtrocknen oder an der Luft trocknen lassen.
  5. Vor jeder Nutzung auf Schäden prüfen und bei Defekten entsorgen.
  6. Zur Desinfektion kann der Fingerfeeder für 5 Minuten in 93°C heißem Wasser ausgekocht werden.

Alternative Fütterungsmethoden

Neben dem Fingerfeeder gibt es weitere alternative Fütterungsmethoden, die ohne künstliche Sauger auskommen:

  • Löffelfütterung: Besonders für Neugeborene in den ersten Tagen geeignet, wenn sie zu schläfrig oder saugschwach sind.
  • Becherfütterung: Eine weniger invasive Methode, die sich gut eignet, wenn die Mutter kurzfristig nicht verfügbar ist oder das Baby zwischendurch gefüttert werden muss. Sie befriedigt jedoch nicht das Saugbedürfnis des Babys.
  • SoftCup: Ein spezieller Trinkbecher, der in der Handhabung einer Flasche ähnelt und für Mütter, die alternative Methoden zunächst befremdlich finden, eine gute Option sein kann.
  • CamoCup: Ein Trinkbehältnis mit einer schnabelförmigen Spitze, das eine einfachere Dosierung der Milch ermöglicht und auch für ältere Babys oder Kinder mit Trinkschwierigkeiten geeignet ist.

Diese Methoden werden oft im Rahmen der Ausbildung von medizinischem Fachpersonal vermittelt, sind aber nicht immer Teil des regulären Curriculums.

Thopaz+ Express-Einsatzvideo

Wichtiger Hinweis

Die Fütterung mit dem Fingerfeeder sollte immer unter Anleitung einer Fachperson erfolgen. Diese kann die richtige Technik vermitteln und sicherstellen, dass das Baby optimal unterstützt wird. Obwohl der Fingerfeeder das Risiko einer Saugverwirrung minimiert, ist eine fachkundige Anleitung entscheidend für den Erfolg und das Wohl des Kindes.

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