Ernährung und Pflege bei Dammriss nach der Geburt

Das Wochenbett, auch Puerperium genannt, beginnt unmittelbar nach der Geburt und dauert etwa sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit bilden sich die Gebärmutter zurück und die Milchbildung läuft auf Hochtouren. Hormone spielen eine entscheidende Rolle bei den körperlichen Veränderungen und beeinflussen auch die Emotionen. Die neue Rolle als Mutter kann herausfordernd sein, und bei Stimmungsschwankungen ist es ratsam, jederzeit mit der Hebamme zu sprechen. Hebammen bieten während des Wochenbetts Rat und Hilfe bei Stillen, Ernährung des Kindes und Nabelpflege. Besuche der Hebamme sind in den ersten zehn Tagen täglich möglich und können nach Absprache bis zur zwölften Lebenswoche des Kindes fortgesetzt werden.

Während der Schwangerschaft vergrößert sich die Gebärmutter erheblich. Nach der Geburt zieht sich die Gebärmuttermuskulatur zusammen, was mit Nachwehen verbunden sein kann. Nach etwa sechs Wochen erreicht die Gebärmutter nahezu ihre ursprüngliche Größe zurück. Nach jeder Geburt löst sich die Plazenta und hinterlässt eine Wunde, die abheilen muss. Der Wochenfluss verändert sich von anfangs starker, menstruationsähnlicher Blutung zu bräunlichem und schließlich rosafarbenem Ausfluss. In den ersten Tagen sind große Binden empfehlenswert, auf Tampons sollte verzichtet werden. Bei stockendem oder unangenehm riechendem Wochenfluss ist es wichtig, die Hebamme oder den Frauenarzt zu informieren. Fieber, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen können auf eine Entzündung der Gebärmutter hinweisen. Die normale Menstruation tritt meist nach Ende des Wochenflusses wieder auf.

Das Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr kehrt oft allmählich zurück. Aufgrund der Infektionsgefahr sind Kondome sehr empfehlenswert. Die Verhütung während des Wochenbetts und der Stillzeit sollte unbedingt mit einem Gynäkologen besprochen werden. Ein Termin sechs bis acht Wochen nach der Entbindung ist dafür ratsam. Eine Sterilisation kann nach abgeschlossenem Kinderwunsch ambulant durchgeführt werden.

Die Bedeutung der Ernährung nach der Geburt

Nach der Geburt eines Babys befindet sich der Körper in einer Ausnahmesituation mit erhöhtem Nährstoffbedarf. Mütter müssen sich oft von Verletzungen wie einem Dammriss erholen oder eine Kaiserschnittnarbe pflegen. Eine ausgewogene Ernährung kann den Körper optimal unterstützen. Insbesondere bei einem Dammriss ist eine ballaststoffreiche Ernährung wichtig, da Ballaststoffe den Stuhl aufweichen und Schmerzen beim Stuhlgang reduzieren. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie fast alle Obst- und Gemüsesorten sind reich an Ballaststoffen.

Es ist ratsam, die Eisenwerte überprüfen zu lassen und hochwertiges Fleisch in den Speiseplan zu integrieren. Einige Mütter leiden in der ersten Zeit nach der Geburt unter Darmproblemen wie Blähungen und Verstopfung. Für die optimale Regeneration des Gewebes benötigt der Körper essentielle Fettsäuren, die in Oliven-, Lein- und Rapsöl sowie in Linsen, Forellen, Lachs oder Walnüssen enthalten sind.

Ballaststoffreiche Snacks regen die Verdauung und die Milchproduktion an. Gesunde und schnelle Snacks wie Vollkornprodukte, Trockenobst, Nüsse, gekochte Eier, Milchreis und Obst fördern eine intakte Magen-Darm-Flora und die Milchproduktion.

Infografik: Nährstoffe für die Regeneration nach der Geburt

Geburtsverletzungen: Dammriss und Dammschnitt

Während der Geburt können im Damm- oder Scheidenbereich kleinere oder größere Verletzungen durch Schnitte oder Risse entstehen. Ebenso können Blutergüsse im umliegenden Gewebe auftreten. Kühlende Kompressen, Sitzbäder mit Eichenrinde oder Calendula-Auflagen können die Schmerzen lindern.

Ein Dammriss ist eine Verletzung der Weichteile während der Geburt, bei der die Scheidenhaut reißt. Der Damm ist der Teil des Beckenbodens zwischen Vagina und After. Risse können entstehen, wenn der Kopf des Kindes zu groß ist, die Weichteile der Mutter nicht ausreichend dehnbar sind, die Geburt zu schnell abläuft oder Geburtszange oder Saugglocke eingesetzt werden müssen. Spezielle Grifftechniken während der Geburt und eine gute Anleitung der Gebärenden durch die Hebamme können einen Dammriss oft verhindern, indem der Druck auf den Damm langsam und schonend aufgebaut wird.

Die Schwere von Dammrissen wird in verschiedene Grade unterteilt:

  • Dammriss Grad 1: Verletzung der Haut des Scheideneingangs und des Damms ohne Beteiligung der Dammmuskulatur. Heilt meist ohne Komplikationen.
  • Dammriss Grad 2: Riss der Haut und der oberflächlichen Dammmuskulatur; der äußere Afterschließmuskel bleibt intakt. Wird unter lokaler Betäubung genäht.
  • Dammriss Grad 3: Riss des Damms einschließlich des äußeren Afterschließmuskels. Der Enddarm bleibt unverletzt. Die Nähte erfolgen schichtweise unter Betäubung, oft im Operationssaal.
  • Dammriss Grad 4: Zusätzlich zu den Verletzungen bei Grad 3 ist auch die Schleimhaut des Rektums gerissen. Die Versorgung erfolgt wie bei Grad 3, eventuell unter Vollnarkose.

Hochgradige Dammrisse (Grad 3 und 4) sind selten. In seltenen Fällen kann sich die Wunde infizieren oder es kann zu unkontrolliertem Stuhl- oder Harnabgang kommen. Eine antibiotische Therapie kann prophylaktisch verordnet werden, und eine regelmäßige Wundkontrolle ist sinnvoll.

Ein Dammschnitt (Episiotomie) ist ein geburtshilflicher Eingriff, der vorbeugend vorgenommen wird, wenn ein unkontrolliertes Reißen droht. Dies geschieht meist in der Austreibungsphase. Auf dem Höhepunkt einer Wehe wird der Schnitt mit einer speziellen Schere oder einem Skalpell gesetzt, oft ohne Betäubung, da die Gebärende den Schnitt in diesem Moment meist nicht als schmerzhaft empfindet. Ein Dammschnitt kann auch notwendig werden, wenn das Baby Stresssignale zeigt oder eine Zange oder Saugglocke zur Unterstützung benötigt wird. Nach der Geburt wird der Schnitt unter örtlicher Betäubung genäht; die Fäden lösen sich von selbst auf.

Schema: Gradeinteilung von Dammrissen

Vorbeugung von Dammrissen

Um das Risiko eines Dammrisses zu verringern, kann das Dammgewebe in der Schwangerschaft vorbereitet werden. Eine regelmäßige Dammmassage ab der 35. Schwangerschaftswoche macht das Gewebe weicher und elastischer. Hierfür wird etwas Damm-Massageöl auf den Finger gegeben und der Bereich seitlich und unterhalb der Vagina mit kreisenden Bewegungen massiert. Studien zeigen, dass Erstgebärende seltener Dammrisse erleiden, wenn sie den Damm regelmäßig massieren. Bestimmte Öle aus der Apotheke, wie Weizenkeimöle oder Vitamin-E-haltige Öle, können unterstützend wirken.

Auch die Wahl der Geburtsposition spielt eine Rolle. Positionen, die die Schwerkraft ausnutzen, wie Stehen, der Vierfüßlerstand oder die Nutzung eines Gebärhockers, entlasten den Damm. Die Rückenlage ist für den Damm am problematischsten, da das gesamte Gewicht des Kindes darauf lastet. Warme Kompressen oder Öle können das Gewebe während des Geburtsvorgangs entspannen.

Einige Frauen bereiten ihren Damm auch mit einem speziellen Ballon aus der Apotheke auf die Geburt vor, der in die Scheide eingeführt und vorsichtig aufgepumpt wird, um Muskeln und Gewebe schrittweise zu dehnen.

Pflege und Heilung nach einem Dammriss

Die Heilung eines Dammrisses hängt vom Schweregrad ab. Kleine Verletzungen heilen oft innerhalb von 14 Tagen, Risse zweiten Grades nach drei bis vier Wochen. Bei größeren Verletzungen variiert die Heilungszeit. Schonung und Ruhe fördern den Heilungsprozess erheblich.

Allgemeine Pflegetipps umfassen:

  • Hygiene: Der Genitalbereich sollte täglich mit fließendem lauwarmem Wasser gereinigt werden. Spülungen sind oft besser geeignet als Sitzbäder.
  • Ruhe und Schonung: Vermeiden Sie übermäßige Bewegung und langes Stehen, da dies Druck auf die Naht ausüben kann.
  • Luft an die Wunde lassen: Sorgen Sie für gute Belüftung im Intimbereich.
  • Vermeiden von Druck: Setzen Sie sich nicht im Schneidersitz, um Spannung auf die Naht zu vermeiden.
  • Zeit geben: Jede Verletzung benötigt Zeit zum Heilen.

Wohltuende Haus- und Hilfsmittel:

  • Eisbinden: Gekühlte, mit Wasser getränkte Binden haben einen kühlenden Effekt, fördern die Abschwellung und unterstützen den Heilungsprozess. Zusätze wie Calendula-Essenz oder Arnikatinktur können die Wirkung verstärken.
  • Spülungen: Regelmäßige Spülungen mit lauwarmem Wasser, eventuell mit wohltuenden Zusätzen (nach Absprache mit der Hebamme), helfen, die Wunde sauber zu halten.
  • Sitzbäder: Sitzbäder mit Zusätzen wie Kamille, Eichenrinde oder Schwarztee können entzündungshemmend, erfrischend und wohltuend wirken.
  • Kühlende Kompressen: Kompressen mit Quark oder Aloe Vera können Schwellungen reduzieren und Juckreiz lindern.
  • Spezielle Sitzkissen: Diese können den Druck besser verteilen und schmerzlindernd wirken.

Bei Schmerzen können Schmerzmittel helfen, jedoch sollte die Verträglichkeit mit der Muttermilch besprochen werden. Um den Stuhlgang nach einem Dammriss zu erleichtern, ist eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um einen weichen Stuhl zu fördern und starkes Pressen zu vermeiden. Abführmittel können ebenfalls helfen.

Illustration: Anwendungsbeispiel für Eisbinden nach der Geburt

Wenn die Beschwerden anhalten oder Sie unsicher sind, ist es ratsam, die Nachsorge-Hebamme, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat zu fragen, um sicherzustellen, dass die Wunde gut heilt und sich nicht entzündet hat.

Sex nach Dammriss und der Stuhlgang

Um Infektionen und Entzündungen zu vermeiden, sollte grundsätzlich auf Sex verzichtet werden, bis der Wochenfluss beendet und alle Geburtswunden verheilt sind. Bei einem Dammriss können auch kleine Risse in der Scheide entstehen, die zunächst verheilen sollten. Ein Dammriss ersten Grades kann in vielen Fällen ein bis zwei Wochen nach der Entbindung verheilt sein. Bei schwereren Verletzungen ist es ratsam, die gynäkologische Untersuchung nach dem Wochenbett abzuwarten. Wichtig ist, offen über das Thema zu sprechen und sich nicht unter Druck zu setzen.

Geburtsverletzungen im Intimbereich können beim Stuhlgang unangenehm sein und Schmerzen verursachen. Daher ist es ratsam, den Stuhl weich zu halten, um starkes Pressen zu vermeiden. Eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Trinken sind für frischgebackene Mütter mit Dammriss besonders wichtig. Nach dem Stuhlgang sollte der Intimbereich mit sauberem Wasser abgespült werden, um Infektionen vorzubeugen. Dies gilt auch, wenn es beim Urinieren brennt.

Was ist ein Dammschnitt und wann wird er durchgeführt?

Ein Dammschnitt (Episiotomie) wurde früher routinemäßig durchgeführt, um einem unkontrollierten Dammriss vorzubeugen. Heute wird er seltener angewendet, da Studien gezeigt haben, dass ein Dammschnitt nicht zwangsläufig Risse verhindert und das Gewebe geschwächt werden kann. Ein Dammschnitt ist wirklich notwendig, wenn die Herztöne des Kindes plötzlich schlechter werden, die mütterlichen Weichteile sehr straff und wenig nachgiebig sind, der Kopf des Babys verhältnismäßig groß ist, bei einer Zangen- oder Saugglockengeburt oder wenn die letzte Phase der Geburt beschleunigt werden soll.

Die Tendenz geht heute dahin, einen Dammschnitt nur in seltenen Fällen anzuwenden und gegebenenfalls einen Dammriss zuzulassen, da Dammrisse oft besser heilen.

Anleitung zur Dammmassage| Dammriss vorbeugen| Hebammentipps und ein kleiner Test zum Mitmachen

Wann ist Sex nach einem Dammriss wieder möglich?

Um Infektionen und Entzündungen zu vermeiden, sollte grundsätzlich auf Sex verzichtet werden, bis der Wochenfluss beendet und alle Geburtswunden verheilt sind. Bei einem Dammriss können auch kleine Risse in der Scheide entstehen, die zunächst verheilen sollten. Ein Dammriss ersten Grades ist in vielen Fällen ein bis zwei Wochen nach der Entbindung wieder verheilt. Dennoch ist es ratsam, offen über das Thema Sex zu sprechen und gegebenenfalls die Hebamme um Rat zu fragen. Frauen mit schwereren Geburtsverletzungen sollten die gynäkologische Untersuchung nach dem Wochenbett abwarten. Grundsätzlich gilt: Sex sollte beiden Partner*innen Freude bereiten. Manchmal braucht es Zeit, setzen Sie sich nicht unter Druck und versuchen Sie es erst, wenn Sie bereit dafür sind.

tags: #ernahrung #bei #dammriss