Die Hebammen-Saga von Sabine Ebert entführt Leser in das turbulente 12. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich, eine Zeit geprägt von politischen Intrigen, Kriegen und dem Ringen um Macht und Überleben. Der vorliegende Band, "Die Entscheidung der Hebamme", ist der dritte Teil dieser epischen Reihe und konzentriert sich auf die Ereignisse im Jahr 1179, insbesondere auf die Auseinandersetzungen rund um Heinrich den Löwen und die Herausforderungen, denen sich die Protagonisten Marthe und Christian stellen müssen.

Der historische Kontext: Krieg und politische Umwälzungen
Die Geschichte setzt im Jahr 1179 auf dem Magdeburger Hoftag ein, wo Kaiser Friedrich Barbarossa eine folgenschwere Entscheidung trifft: Er wirft Heinrich dem Löwen, dem mächtigen Herzog von Sachsen und Bayern, den Fehdehandschuh hin. Diese Anklage wegen Hochverrats leitet eine Ära des Krieges ein, die auch das Leben der Hauptfiguren maßgeblich beeinflusst. Ritter Christian, ein treuer Gefolgsmann von Markgraf Otto von Meißen, wird als einer der Heerführer in den Kampf gegen Heinrich den Löwen gezogen.
Die politischen Unruhen sind tiefgreifend. Heinrich der Löwe, einst ein wichtiger Verbündeter Barbarossas, gerät in Ungnade, was zur Neuaufteilung seiner Herzogtümer und zu weitreichenden Konflikten führt. Dieser historische Hintergrund bildet das Gerüst für die persönlichen Schicksale der Charaktere.
Marthes Herausforderungen in Christiansdorf
Während Christian im Krieg kämpft, steht seine Frau, die Hebamme Marthe, in ihrem Heimatdorf Christiansdorf vor eigenen, nicht minder gefährlichen Herausforderungen. Markgraf Otto von Meißen überträgt seinem ältesten Sohn Albrecht für die Zeit des Kriegszuges das Kommando über die Christiansdorfer Burg und die Silberminen. Albrecht erweist sich als herrschsüchtiger und machtbesessener Mann, dessen Willkür und Grausamkeit Angst und Schrecken im Dorf verbreiten.
Marthes besondere Kräfte und ihre Rolle als Hebamme sind Albrecht schon lange ein Dorn im Auge. Er sieht in ihr eine Bedrohung und versucht, sie und ihre Anhänger zu schikanieren. Die Dorfbewohner müssen unter Albrechts gnadenloser Herrschaft um ihr Überleben kämpfen, während sie gleichzeitig mit den Folgen der Kriege und den Bedrohungen durch alte Feinde konfrontiert sind. Die Ereignisse überschlagen sich, und nach einem Gewaltakt sind mehrere Tote zu beklagen, was die angespannte Situation weiter verschärft.

Charakterentwicklung und Beziehungsgeflechte
Die Saga zeichnet sich durch die vielschichtige Entwicklung ihrer Charaktere aus. Marthe wird als mutige, kluge und hilfsbereite Frau beschrieben, die über das "Zweite Gesicht" verfügt und Visionen von der Zukunft hat. Trotz der vielen schrecklichen Dinge, die sie erlebt, verliert sie nicht den Lebensmut.
Ritter Christian, ihr Ehemann, ist mutig, leidenschaftlich und gilt als bester Schwertkämpfer der Mark Meißen. Er kümmert sich sehr um die Rechte der Dorfbewohner und führt eine glückliche Ehe mit Marthe, in der drei Kinder geboren werden. Für Marthe riskiert Christian alles.
Weitere wichtige Figuren sind:
- Lukas: Christians bester Freund und später Ritter in seinem Dienst. Er ist tapfer, fröhlich und ein Frauenschwarm. Nach Christians Tod heiratet er Marthe, um ihre Ehre zu wahren, und hat das Gefühl, in Christians Schatten zu stehen.
- Otto von Meißen: Der Dienstherr von Christian. Er ist jähzornig und trifft Entscheidungen aus dem Bauch heraus, kommt aber durch den Silberabbau zu Reichtum.
- Hedwig von Ballenstedt: Ottos Frau, klug und sanftmütig, die einen positiven Einfluss auf seine Entscheidungen hat.
- Randolf: Ein edelfreier Ritter in Ottos Diensten und Christians Erzfeind. Er ist gewalttätig und grausam.
- Dietrich von Weißenfels: Ottos zweiter Sohn, mutig und den ritterlichen Idealen verpflichtet. Er ist mit seinem Bruder Albrecht verfeindet und verliebt sich später in Marthes Tochter Clara.
- Thomas: Der älteste Sohn von Marthe und Christian. Nach dem Kreuzzug ist er gebrochen, findet aber durch eine Reise ins Heilige Land Heilung.
- Clara: Die Tochter von Christian und Marthe. Sie hat die Gabe des zweiten Gesichts und verliebt sich in Dietrich von Weißenfels.
Feste Heimat: Wie lebte es sich auf einer Burg? | Ganze Folge Terra X
Der Erzählstil und die Rezeption
Der Erzählstil von Sabine Ebert wird als gewohnt flüssig beschrieben. Dennoch wird angemerkt, dass die Geschichte im ersten Drittel etwas schleppend beginnt, da die Kriegszüge und politischen Ereignisse im Vordergrund stehen. Marthe und Christian sind oft getrennt, und die Spannung baut sich langsam auf. Im letzten Drittel des Buches nimmt die Erzählung jedoch eine völlig überraschende Wendung, die Ereignisse überschlagen sich und fesseln den Leser bis zum Schluss.
Besonders hervorgehoben wird die Fähigkeit der Autorin, auf Basis historischer Daten eine lebendige Geschichte zu erzählen, die das Leben der damaligen Zeit widerspiegelt. Leser können sich gut in die Figuren und die Epoche hineinversetzen.
Einige Kritiker bemerken jedoch, dass Ritter Christian stellenweise zu ritterlich und Marthe mit ihrem Edelmut manchmal etwas unglaubwürdig wirken kann. Trotzdem wird die Geschichte als spannend und fesselnd empfunden, die das Vergnügen bereitet, Marthes nicht immer einfache Situationen zu durchleben.
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