Ein eingewachsener Zehennagel kann bei Kleinkindern und Babys zu erheblichen Beschwerden führen. Die zarten Nägel von Babys sind dünn, weich und wachsen schnell, was sie anfällig für Probleme macht. Eine falsche Nagelpflege, zu enge Schuhe oder angeborene Nagelwuchsformen können dazu beitragen, dass sich ein Zehennagel seitlich in die umliegende Haut bohrt. Dies kann zu schmerzhaften Entzündungen, Rötungen, Schwellungen und im schlimmsten Fall zu Eiterbildung führen.
Ursachen für eingewachsene Zehennägel bei Kleinkindern
Es gibt verschiedene Faktoren, die das Einwachsen von Zehennägeln bei Kindern begünstigen können:
- Falsche Nagelpflege: Das Abschneiden der Nägel zu kurz oder das Abrunden der Ecken kann dazu führen, dass der Nagel in die Haut hineinwächst. Fachleute empfehlen, die Nägel gerade abzuschneiden und die Ecken frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen zu lassen.
- Zu enge Schuhe: Schuhe, die zu klein sind oder Druck auf die Zehen ausüben, können das Einwachsen des Nagels fördern. Es ist wichtig, die Schuhgröße des Kindes regelmäßig zu überprüfen.
- Angeborene Nagelwuchsformen: Bestimmte Nagelformen, wie beispielsweise sogenannte Rollnägel, bei denen die Nägel stark gewölbt sind, können das Risiko für eingewachsene Nägel erhöhen.
- Fehlbelastung: Bei Kleinkindern kann auch eine Fehlbelastung, beispielsweise beim Krabbeln oder Laufen, dazu führen, dass sich die Nagelecke in das Nagelbett bohrt.
- Verletzungen: Kleine Missgeschicke beim Spielen oder Schneiden der Nägel können ebenfalls zu eingewachsenen Nägeln führen.
Ein eingewachsener Zehennagel kann sich durch Rötungen, Schwellungen, Druckschmerzen und manchmal auch durch Nässen, Eiterbildung oder unangenehmen Geruch bemerkbar machen, insbesondere wenn sich Bakterien ansiedeln.

Behandlungsmöglichkeiten für eingewachsene Zehennägel bei Kindern
Die Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels bei Kindern hängt vom Schweregrad der Entzündung und den individuellen Umständen ab. In leichten Fällen können konservative Behandlungsmethoden und Hausmittel Linderung verschaffen.
Konservative Behandlung und Hausmittel
- Fußbäder: Ein warmes, seifenhaltiges oder mit entzündungshemmenden Zusätzen (z. B. Kamille) versetztes Fußbad kann helfen, die Haut aufzuweichen und Entzündungen zu lindern. Nach dem Bad sollte der Fuß gründlich abgetrocknet werden.
- Sanfte Hygiene: Der betroffene Bereich sollte sauber und trocken gehalten werden.
- Nagel vorsichtig anheben: Bei leichten Fällen kann versucht werden, den eingewachsenen Nagelrand vorsichtig anzuheben und ein kleines Stück Watte oder ein spezielles Pflaster darunter zu legen, um den Druck auf die Haut zu verringern. Dies sollte behutsam geschehen, um die umliegende Haut nicht zu verletzen.
- Antiseptische und entzündungshemmende Mittel: Tinkturen, Gele oder Salben aus der Apotheke können helfen, Infektionen vorzubeugen und die Haut zu beruhigen.
- Druckvermeidung: Es ist ratsam, unnötigen Druck auf den betroffenen Zeh zu vermeiden. Das Kind sollte so oft wie möglich barfuß laufen.
Spezielle Hilfsmittel und podologische Behandlungen
Wenn Hausmittel nicht ausreichen, können spezielle Hilfsmittel und Behandlungen durch einen Podologen (medizinischer Fußpfleger) notwendig werden:
- Nagelkorrekturspangen: Diese Spangen werden auf den Nagel aufgebracht und durch ihren Zug am Nagelrand angehoben, sodass der Nagel wieder gerade wachsen kann. Es gibt verschiedene Arten von Spangen, wie Drahtspangen oder Klebespangen, die individuell angepasst werden. Die Anwendung ist in der Regel schmerzfrei und erfordert Geduld, da die Korrektur mehrere Monate dauern kann.
- Tamponaden: Dabei wird ein steriler Kompressen-Streifen vorsichtig zwischen den Nagelrand und die Haut geschoben, um den Nagel anzuheben.
- Zugverbände aus Pflaster: Spezielle Pflaster können verwendet werden, um die Haut vom Nagelrand wegzuziehen.
- Kunststoffschienen (Sulci-Protektoren): Diese Schienen werden über den Nagelrand geschoben, um den Druck auf die umliegende Haut zu verringern.
Besonders für Kinder und Babys gibt es spezielle, sanfte Nagelkorrektursysteme, die schmerzfrei und verletzungsfrei appliziert werden können. Diese Systeme, wie das Onyfix® Modelliersystem, nutzen das physiologische Nagelwachstum zur Korrektur und sind auch für Diabetiker geeignet.

Wann ist ein Arztbesuch oder eine Operation notwendig?
Wenn die Entzündung stark ist, sich Eiter bildet, Fieber auftritt oder die Schmerzen unerträglich werden, ist ein Arztbesuch unerlässlich. In solchen Fällen kann eine Operation notwendig sein.
Operative Eingriffe können umfassen:
- Nagelwall-Resektion: Entfernung des entzündeten Gewebes am seitlichen Nagelrand.
- Teilweise Nagelentfernung: Entfernung eines Teils des Nagels und des betroffenen Nagelbereichs bis zur Nagelwurzel.
- Verödung der Nagelwurzel: Bei wiederholt eingewachsenen Nägeln kann ein Teil der Nagelmatrix (Nagelwurzel) entfernt oder verödet werden, um ein erneutes Einwachsen zu verhindern.
Diese Eingriffe werden in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach der Operation ist eine sorgfältige Wundpflege wichtig.
Hilfe bei eingewachsenen Zehenägeln
Prävention von eingewachsenen Zehennägeln
Die beste Methode, um eingewachsenen Zehennägeln vorzubeugen, ist die richtige Fuß- und Nagelpflege:
- Korrekter Nagelschnitt: Schneiden Sie die Zehennägel gerade ab und runden Sie die Ecken nicht ab. Die Ecken sollten frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen.
- Passende Schuhe: Achten Sie darauf, dass die Schuhe Ihres Kindes nicht zu eng sind und genügend Platz für die Zehen bieten.
- Gute Fußhygiene: Bei starker Schweißbildung können atmungsaktive Schuhe oder offene Schuhe helfen.
Regelmäßige Kontrolle der Füße und Nägel Ihres Kindes kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
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