In der Schwangerschaft ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung von entscheidender Bedeutung, um sowohl die eigene Gesundheit als auch die Entwicklung des Babys optimal zu unterstützen. Dabei spielen Fleisch und Fisch eine wichtige Rolle, da sie essenzielle Nährstoffe wie Proteine und Eisen liefern, die für die Blutbildung und die allgemeine Versorgung des Körpers unerlässlich sind. Eine Frikadelle kann eine gute Möglichkeit sein, diese wichtigen Nährstoffe aufzunehmen. Jedoch birgt die Zubereitung von Frikadellen, wie auch die des verwendeten Hackfleischs und rohen Eis, potenzielle Risiken durch Erreger wie Toxoplasmose und Listerien. Diese Bakterien können im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Komplikationen wie Früh- oder Fehlgeburten führen.
Glücklicherweise handelt es sich bei Frikadellen nicht um rohes Hackfleisch, sondern um gebratenes. Fleischsorten, die durch Braten, Kochen oder Backen ausreichend erhitzt werden, gelten als unbedenklich. Daher können Schwangere Frikadellen in der Regel bedenkenlos genießen, solange sie korrekt zubereitet wurden.

Was genau sind Frikadellen?
Frikadellen, auch bekannt unter Namen wie Mettklops, Fleischküchle oder Boulette, sind flach gedrückte Klöße aus Hackfleisch, die gebraten werden. Das Hackfleisch besteht üblicherweise aus Rind-, Schweinefleisch oder einer Mischung aus beidem. Zur Bindung und für eine feste Form wird oft Ei hinzugefügt. Für zusätzlichen Geschmack können Zwiebeln und verschiedene Gewürze verwendet werden.
Worauf sollte bei der Zubereitung von Frikadellen geachtet werden?
Da rohes Hackfleisch und rohes Ei in der Schwangerschaft aufgrund der möglichen Belastung mit Bakterien oder Keimen vermieden werden sollten, ist eine gewissenhafte Zubereitung von Frikadellen unerlässlich. Listerien, Toxoplasmose-Erreger und andere Bakterien sterben bei einer Erhitzung über 70 Grad Celsius ab. Frikadellen stellen daher keine Gefahr dar, wenn sie richtig zubereitet werden. Auch das in der Frikadelle verwendete rohe Ei wird durch das Erhitzen unbedenklich, da Bakterien und Keime, einschließlich Salmonellen, abgetötet werden. Während der Zubereitung ist es wichtig, regelmäßig die Hände zu waschen und den Kontakt mit rohem Hackfleisch oder rohem Ei mit dem Mund zu vermeiden.
Verzehr von Fertigfrikadellen und abgepackter Wurst in der Schwangerschaft
Die Frage nach dem Verzehr von fertigen Frikadellen aus dem Supermarkt, die oft als "gebraten" gekennzeichnet sind, ist berechtigt. Wenn auf der Verpackung der Vermerk "gebraten" steht, kann davon ausgegangen werden, dass die Frikadellen erhitzt und gebraten wurden. Solche Produkte dürfen auch kalt gegessen werden, selbst wenn die Verzehrempfehlung ein Erhitzen vorsieht. Dies gilt auch für abgepackte Wurstsorten wie Mortadella oder Hähnchenbrust, sofern es sich um Brühwürste wie Fleischwurst oder gekochten Schinken handelt.
Auch bei Käseprodukten wie Mozzarella oder Feta aus dem Supermarkt ist in der Regel Vorsicht geboten, da diese meist aus pasteurisierter Milch hergestellt werden. Auf der Verpackung ist dies in der Regel vermerkt. Parmesan, obwohl aus Rohmilch hergestellt, gilt aufgrund seiner langen Lagerungszeit als unbedenklich.
Risiken und Sicherheit: Was ist in der Schwangerschaft erlaubt?
In Deutschland sind Lebensmittelinfektionen durch Toxoplasmose-Erreger und Listerien relativ selten. Dennoch können diese Erreger für das ungeborene Kind gefährlich sein und im schlimmsten Fall zu Fehlgeburten führen. Eine Hauptinfektionsquelle ist rohes Fleisch, einschließlich Hackfleisch. Daher ist es entscheidend, Hackfleisch niemals roh zu verzehren.
Sichere Fleischprodukte für Schwangere:
- Bacon: Durchgegart, um Bakterien wie Listerien zu vernichten.
- Blutwurst: Gekocht und zählt zu den Brühwürsten, daher unbedenklich.
- Bockwurst: Ein Klassiker unter den Brühwürsten, für Schwangere geeignet.
- Bratwurst: Muss auf dem Grill oder in der Pfanne ausreichend erhitzt werden.
- Chicken Nuggets: Im Restaurant frittiert oder zu Hause nach Anleitung zubereitet, sind sie sicher.
- Chorizo: Sollte vor dem Verzehr sorgfältig bei hohen Temperaturen in der Pfanne angebraten werden, da sie roh ist.
- Corned Beef: Gekocht und in Dosen verpackt, gilt als sicher.
- Currywurst: Der Klassiker wird ausreichend erhitzt und ist somit unbedenklich.
- Dosenwurst: Durch den Herstellungsprozess, der das Kochen und anschließende Erhitzen der Dose beinhaltet, sind diese Produkte frei von Erregern.
- Ente: Das Fleisch muss komplett durchgegart sein.
- Frikadelle: Wenn sie innen durchgebraten und nicht mehr rosa sind, sind sie für Schwangere geeignet.
- Gans: Muss gut durchgebraten und lange zartgekocht werden.
- Gyros: Die Zubereitung am Spieß macht es sicher, jedoch sollten die Beilagen wie Feta aus pasteurisierter Milch bestehen.
- Hackfleisch: Muss vor dem Verzehr ausreichend und gründlich erhitzt werden, bis es durchgegart ist.
- Hähnchen: Gut durchgegart ist es ideal, aber roh kann es Keime enthalten.
- Jagdwurst: Zählt zu den Brühwürsten und ist daher ausreichend erhitzt.
- Kassler: Sollte für einen sicheren Genuss noch einmal erhitzt werden.
- Kochschinken: Sicher, da bei der Herstellung gepökelt und gebrüht.
- Krakauer: Werden bei hohen Temperaturen gebrüht und sind daher für Schwangere geeignet.
- Lamm: Muss gut durchgebraten sein.
- Leberkäse: Wird im Ofen gebacken, wodurch Bakterien und Keime abgetötet werden.
- Rindfleisch: Nur sicher durchgegart, nicht blutig oder medium.
- Roastbeef: Nicht geeignet, da es medium gebraten wird und somit nicht komplett durchgegart ist.
- Salami: Ungegart nicht zu empfehlen, auf Pizza jedoch meist unbedenklich.
- Schinken: Kochschinken ist sicher, Rohschinken roh nicht zu essen.
- Schnitzel: Durch die Zubereitung bei hohen Temperaturen in Pfanne oder Fritteuse sind sie essbar.
- Schwarzwälder Schinken: Zählt zu den geräucherten Rohschinken, das Räuchern allein reicht nicht aus, um alle Erreger zu vernichten.
- Schweinefleisch: Muss vor dem Essen in der Pfanne oder im Topf erhitzt werden.
- Wiener Würstchen: Gehören zu den Brühwürsten und sind nach Erhitzung sicher.
Zu meidende Produkte:
- Leberpastete: Wird aufgrund des hohen Vitamin-A-Gehalts abgeraten.
- Mett: Rohes Schweinehackfleisch.
- Mettwurst: Rohwurstprodukt aus rohem Fleisch.
- Teewurst: Geräucherte Rohwurst.

Wichtige Hinweise zur Zubereitung und Hygiene
Beim Verzehr von Fleischprodukten in der Schwangerschaft ist eine sorgfältige Zubereitung entscheidend. Alle Fleischgerichte sollten gut durchgegart sein. Die Innentemperatur sollte mindestens 70 Grad Celsius betragen, um potenziell schädliche Erreger abzutöten. Bei Hackfleisch wird eine Gardauer von etwa 6 bis 8 Minuten bei mittlerer Hitze empfohlen, bis die rosa Farbe einer bräunlich-gräulichen Farbe gewichen ist. Ein Fleischthermometer kann helfen, die Kerntemperatur zu überprüfen.
Hygiene in der Küche ist ebenfalls von größter Bedeutung. Nach dem Schneiden von Fleisch, insbesondere Geflügel, sollten Bretter und Messer gründlich gereinigt oder separate Schneidebretter verwendet werden. Frisch gekauftes Fleisch sollte ohne Folie oder Papier in einem verschließbaren Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden. Regelmäßige Reinigung des Kühlschranks ist essenziell, um Keimvermehrung vorzubeugen.
Beim Kauf von Wurstwaren an der Theke ist es ratsam, diese in kleinen Mengen frisch aufschneiden zu lassen und rasch zu verbrauchen. Aufschnitt von der Fleischtheke sollte vermieden werden; stattdessen ist es besser, Wurst am Stück zu kaufen und selbst zu schneiden.
Ernährungstipps für Schwangere
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sollte frisch und vielseitig sein. Die mediterrane Küche mit viel Gemüse, Obst, Fisch und gesunden Pflanzenölen wird oft empfohlen. Es ist wichtig, bewusst Lebensmittel auszuwählen und sie frisch zuzubereiten. Bio-Produkte können eine gute Wahl sein, da sie oft weniger Pestizide und Herbizide enthalten.
Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfehlen fettarmes Fleisch in mäßiger Menge, etwa 300 Gramm pro Woche, ergänzt durch einige Scheiben magere Wurst. Dies gewährleistet eine ausreichende Versorgung mit Proteinen und Nährstoffen wie Eisen, Zink und B-Vitaminen, die für die Entwicklung des Babys unerlässlich sind.
Bei Unsicherheiten bezüglich der Zubereitung oder der Herkunft von Lebensmitteln im Restaurant oder bei Freunden ist es ratsam, nach der Zubereitungsweise zu fragen und gegebenenfalls um eine extralange Garzeit zu bitten.
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