Dürfen Babys Tofu essen?

Mit dem Start der Beikost möchten Eltern ihrem Baby eine Vielzahl an verschiedenen Nahrungsmitteln anbieten. Hierbei stellt sich oft die Frage, ab wann und in welcher Form Tofu für Babys geeignet ist.

Was ist Tofu und welche Nährstoffe liefert er?

Tofu wird aus Sojabohnen hergestellt, die zu den Hülsenfrüchten zählen. Sojabohnen zeichnen sich durch viele positive Eigenschaften aus und überzeugen mit essenziellen Aminosäuren, hochwertigen pflanzlichen Proteinen, Eisen, Kalzium und langkettigen Kohlenhydraten, die für eine langanhaltende Sättigung sorgen.

Sojaprodukte gehören in Asien seit jeher zu den Grundnahrungsmitteln und erfreuen sich auch in Europa wachsender Beliebtheit. Sie liefern Proteine mit hoher biologischer Wertigkeit, wertvolle einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, B-Vitamine, Magnesium und Kalzium. Sojahaltige Produkte versorgen den Körper mit mehr ungesättigten Fettsäuren als Fleisch- und Wurstwaren und sind cholesterinfrei. Die Sojabohne weist zudem alle unentbehrlichen Aminosäuren auf, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Aufgrund des hohen Proteingehalts sind Sojawaren eine gute Alternative zu Hühnereiweiß und Kuhmilch.

Infografik mit den Nährwerten von Tofu

Ab wann darf ein Baby Tofu essen?

Die Frage, ab wann Tofu für Babys geeignet ist, wird im Internet und in verschiedenen Ratgebern unterschiedlich beantwortet. Es gibt Rezepte für Tofu-Babybrei, die für Babys ab sechs bis acht Monaten empfohlen werden, während andere Quellen ein Alter von drei Jahren angeben. Entscheidend ist eher die Menge an Tofu, die verzehrt wird. Als Beikost in kleinen Happen ist Tofu als Brei eine willkommene Abwechslung für dein Baby.

Grundsätzlich dürfen Babys ab Beikostreife, also etwa ab dem 6./7. Monat, Tofu probieren. Diese Lebensmittel dürfen laut aktueller Allergieprävention Leitlinie ab Beikostreife angeboten werden. Bei der Einführung der Beikost wirkt Muttermilch positiv auf die Allergieprävention und kann die Verträglichkeit neuer Lebensmittel verbessern.

Was ist das Problem mit Tofu für Babys?

Tofu ist ein beliebter Fleischersatz, der den Körper mit guten Nährstoffen versorgt. Die Sojabohnen, aus denen Tofu hergestellt wird, enthalten jedoch Isoflavone. Isoflavone sind Phytoöstrogene, die dem weiblichen Östrogen ähneln und an die Östrogen-Rezeptoren andocken können, da sie im chemischen Aufbau dem weiblichen Östrogen ähneln.

Da bei Kindern und Babys noch nicht ausreichend Studien zu den langfristigen Auswirkungen einer erhöhten Isoflavon-Zufuhr vorliegen, raten viele Ratgeber zur Vorsicht. Insbesondere Säuglingsmilch auf Sojabasis sollte vermieden werden, da die Konzentration an Phytoöstrogenen hier sehr hoch ist. Sowohl das Bundesamt für Risikobewertung als auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin raten davon ab, Säuglingsnahrung aus Sojaeiweiß als Ersatz für Kuhmilchprodukte zu verwenden.

Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass Frauen, die im Baby- und Kleinkindalter Säuglingsnahrung auf Sojabasis erhielten, im späteren Leben häufig stärkere Regelschmerzen hatten. Auch andere Langzeitwirkungen von Sojaprodukten sind noch nicht umfänglich geklärt. Daher sollte Sojanahrung im Baby- und Kleinkindalter nur unter ärztlicher Aufsicht gegeben werden.

Schema, das die Ähnlichkeit von Isoflavonen und Östrogenen zeigt

Tofu in der Beikost: Worauf sollten Eltern achten?

Wenn dein Baby nur gelegentlich Tofu bekommt, kannst du ihn bedenkenlos füttern. Eine tägliche oder übermäßige Verzehrmenge ist für Babys eher ungeeignet, da noch keine abschließenden Studien zu den Auswirkungen vorliegen. Die Praxis zeigt auch, dass die Umstellung auf Sojaprodukte bei Kuhmilcheiweißunverträglichkeiten häufig zu Allergien führt. In solchen Fällen sind hydrolysierte Säuglingsnahrungen besser geeignet.

Für Babys ist es ratsam, feines Semmelbrösel anstelle von Pankomehl zu verwenden, da Pankomehl nach dem Braten sehr knusprig sein kann.

Vegane Ernährung und Sojaprodukte für Kleinkinder

Für Kleinkinder, die nicht mehr ganz so empfindlich sind wie Säuglinge, und wenn eine abwechslungsreiche Ernährung mit tierischen Produkten gewährleistet ist, können kleine Mengen Tofu auf dem Speiseplan stehen. Wichtig ist, dass die Ernährung ausgewogen ist und auch andere Nährstoffquellen wie Fleisch, normale Milch und Käse enthält.

Laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) benötigt ein Kind im zweiten Lebensjahr etwa 300 ml Milch oder Gramm Milchprodukt pro Tag, idealerweise über den Tag verteilt in kleineren Portionen. Eine morgendliche Milchportion, ein Frischkäseaufstrich zum Frühstück oder Abendessen und ein zusätzliches Stück Käse liegen in diesem Rahmen. Verschiedene Käsesorten, einschließlich Ziegenkäse, dürfen gerne angeboten werden. Bei Rohmilchkäse ist jedoch Vorsicht geboten, da eine Gesundheitsgefährdung durch eventuell vorhandene Mikroorganismen nicht ausgeschlossen werden kann.

Für Kinder mit Milcheiweißallergie oder -unverträglichkeit können Sojaprodukte als Alternative dienen, wobei hierbei die Verträglichkeit individuell geprüft werden sollte. Reismilch mit Calcium ist eine weitere Option als Milchersatz.

Gesundheitliche Aspekte von Sojaprodukten

Die Wissenschaft deutet darauf hin, dass bei moderatem Konsum von Tofu keine nachteiligen Auswirkungen zu erwarten sind. Mit 200-300 g Tofu pro Tag wird auch der Richtwert nicht überschritten. Soja kann sogar gesundheitliche Vorteile haben: Studien deuten darauf hin, dass es das Krebsrisiko in hormonabhängigen Organen wie Brust und Prostata, kardiovaskuläre Krankheiten und Diabetes Typ 2 vorbeugen kann. Japanerinnen, die viel Tofu essen, haben beispielsweise ein geringeres Brustkrebsrisiko.

Soja enthält auch Lektine, die jedoch in geringen Mengen vorkommen und durch Kochen reduziert werden. Menschen mit Sojaallergie oder -unverträglichkeit sollten Soja meiden.

Wer auf Soja verzichten möchte oder muss, kann auf alternative pflanzliche Eiweißquellen wie Lupinen Tempeh, Sonnenblumenhack oder Erbsenproteine zurückgreifen. Bei der Auswahl von Sojaprodukten sollte auf hochwertige Hersteller und Bio-Qualität geachtet werden, insbesondere um gentechnisch veränderte Sojabohnen zu vermeiden, die vor allem für Futtermittel verwendet werden.

Tofu richtig zubereiten - 3 Arten die Du kennen musst!

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