Hebammenhilfe in Deutschland: Umfassende Betreuung vor, während und nach der Geburt

Die Hebammen Ambulanz Bonn (HAB) versteht sich als zentrale Anlaufstelle für werdende und junge Eltern, die eine schnelle und flexible Unterstützung vor und nach der Geburt suchen. Unabhängig davon, ob bisher keine Hebamme gefunden wurde, die eigene Hebamme nicht verfügbar ist oder kurzfristig Betreuungsbedarf besteht, bietet die HAB ihre Dienste an. Auch für CTG-Kontrollen oder die Untersuchung von Neugeborenengelbsucht kann die Ambulanz kontaktiert werden.

Alle Termine finden in den Räumlichkeiten des Gesundheitszentrums am St. Johannes Hospital statt und sind für Kassenpatienten kostenfrei, da die Leistungen von den Krankenkassen übernommen werden. In der HAB werden zudem Kurse und weitere Angebote durchgeführt. Detaillierte Informationen zur Hebammenhilfe und den Dienstleistungen der HAB sind in den FAQs verfügbar. In dringenden medizinischen Fällen wird empfohlen, sich an das nächstgelegene Krankenhaus mit Kreißsaal oder Kinderklinik zu wenden.

Die Hebammen Ambulanz Bonn befindet sich im Gesundheitszentrum St. Johannes Hospital, Kölnstr. Die Anfahrt erfolgt über den Haupteingang des Gesundheitszentrums, geradeaus bis zum Ende des Flurs.

Neugeborenen-Gelbsucht: Früherkennung und Behandlung

Neugeborenen-Gelbsucht ist ein häufig auftretendes Phänomen, das durch eine erhöhte Konzentration des gelben Farbstoffs Bilirubin im Blut des Säuglings verursacht wird. Etwa die Hälfte aller Neugeborenen zeigen in den ersten Lebenstagen eine Gelbfärbung der Haut. Bei den meisten Babys ist dies ein normaler Zustand, der sich von selbst zurückbildet. In einigen Fällen ist jedoch eine Behandlung erforderlich.

Einfache Maßnahmen wie ein optimiertes Stillmanagement oder eine erhöhte Wärmezufuhr können bei vielen Babys bereits helfen. Andere Säuglinge benötigen eine sogenannte Lichttherapie im Krankenhaus. Um den Bilirubin-Wert zu bestimmen und festzustellen, ob eine Behandlung notwendig ist, entnimmt das Personal der HAB wenige Tropfen Blut aus der Ferse des Kindes. Mittels eines Bilirubin-Messgeräts kann der Wert innerhalb von 15 Minuten ermittelt werden. Anschließend werden gemeinsam die für das Kind sinnvollsten und notwendigen Maßnahmen besprochen. Eine Bilirubin-Messung ist auch dann möglich, wenn die eigene Hebamme das Baby am selben Tag besucht. Der Termin ist für die Eltern kostenfrei, da die Krankenkasse die Leistung übernimmt.

Schema zur Messung des Bilirubin-Wertes bei Neugeborenen

Kosten und Organisation von Terminen

Termine in der HAB sind für gesetzlich versicherte Patienten kostenfrei. Zur Inanspruchnahme ist das Mitbringen einer gültigen Versichertenkarte und eine Unterschrift für jeden Besuch erforderlich. Eine Behandlung ist auch ohne Aufenthaltsstatus oder gültige Versicherung möglich.

Abgesagte Termine können bis zu 24 Stunden im Voraus über das Online-Buchungsportal storniert werden. Privat versicherte Patientinnen erhalten eine Privatrechnung gemäß der Hebammen-Privatgebührenordnung des Landes NRW. Ein Termin dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten und findet in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre statt.

Die Mehrheit der Hebammen in der HAB spricht neben Deutsch auch gutes Englisch. Einige beherrschen zudem Türkisch, Französisch und Polnisch. Bei Bedarf kann die Ambulanz auch Unterstützung in anderen Sprachen vermitteln.

Umfassende Hebammenleistungen: Von der Schwangerschaft bis zum Wochenbett

Hebammen sind unverzichtbare Fachfrauen, die Frauen und Familien durch die gesamte Zeit der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbetts begleiten. Sie bieten Rat und Tat bei allen Fragen und Belangen, nehmen sich Zeit für Untersuchungen und stehen als wichtige Vertrauenspersonen zur Verfügung.

Schwangerenvorsorge und Beratung

Während der Schwangerschaft übernehmen Hebammen nahezu alle vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen, mit Ausnahme von Ultraschalluntersuchungen. Dazu gehören die Kontrolle von Gewicht, Blutdruck und Blutwerten der Mutter sowie die Beurteilung der Lage, Größe und Herztöne des Kindes. Sie stellen den Mutterpass aus und beraten zu Fragen der Geburtsmethode und des Geburtsortes. Bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen oder geschwollenen Beinen bieten sie kompetente Unterstützung und empfehlen geeignete Hausmittel. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Folsäure, Jod oder Eisen wird individuell besprochen.

Infografik: Leistungen einer Hebamme während der Schwangerschaft

Die Hebammenhilfe ist eine Kassenleistung und die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch private Krankenversicherungen erstatten meist die Kosten. Für eine umfassende Betreuung ist es ratsam, sich frühzeitig in der Schwangerschaft auf die Suche nach einer Hebamme zu machen, da diese oft lange im Voraus ausgebucht sind.

Geburtsvorbereitung und Geburt

Viele Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind, wie z. B. Kurse für Paare oder reine Frauenkurse. Diese Kurse vermitteln nicht nur Atemtechniken und Entspannungsübungen, sondern auch grundlegende Informationen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und dem Neugeborenen. Einige Hebammen bieten zudem ergänzende Kurse wie Schwangerschaftsgymnastik oder Yoga für Schwangere an.

Bei einer unkomplizierten Geburt kann eine Hebamme diese eigenverantwortlich betreuen. Sie überwacht den Zustand des Kindes, unterstützt die Gebärende bei den Wehen und leistet seelischen Beistand. Bei Bedarf zieht sie eine Ärztin oder einen Arzt hinzu. Nach der Geburt kümmert sich die Hebamme um die Erstversorgung von Mutter und Kind und unterstützt bei den ersten Stillversuchen oder der Flaschenfütterung.

Online Geburtsvorbereitungskurs I Atemübungen I Mehr Module in Keleya's Geburtsvorbreitungskurs

Betreuung im Wochenbett (Nachsorge)

Nach der Geburt steht die Hebamme den frischgebackenen Eltern im Wochenbett zur Seite. Bei Hausbesuchen überprüft sie den Gesundheitszustand von Mutter und Kind, berät zur Säuglingspflege, zum Stillen und unterstützt bei eventuellen Schwierigkeiten. Sie kontrolliert den Wochenfluss, versorgt Wundnähte (z. B. nach Dammschnitt oder Kaiserschnitt) und hilft bei Beschwerden durch den Milcheinschuss. Auch bei Fragen zur Eltern-Kind-Bindung oder zur Betreuung von Geschwisterkindern kann die Hebamme beratend tätig werden.

Der Anspruch auf Nachsorge durch eine Hebamme erstreckt sich in den ersten Tagen nach der Geburt auf tägliche Besuche. Ab dem 12. Tag sind insgesamt 16 Besuche über einen Zeitraum von 12 Wochen möglich. Danach besteht noch Anspruch auf weitere 8 Besuche oder Telefonate. Der Anspruch endet mit dem Abstillen oder, falls nicht gestillt wird, mit dem Ende des 9. Lebensmonats des Kindes.

Bei Frühgeburten, bei denen die Mutter oft vor dem Kind aus der Klinik entlassen wird, bleibt der Anspruch auf Nachsorge durch eine Hebamme bestehen. Diese kümmert sich zunächst um die Gesundheit der Frau und kann bei speziellen Fragen, wie dem Abpumpen, unterstützen, bis das Stillen möglich ist. Auch nach einem Kaiserschnitt kann die Hebamme eine wichtige Unterstützung sein, indem sie die Wundheilung kontrolliert, beim Stillen berät und bei praktischen Herausforderungen wie der Haushaltsführung oder der Betreuung von Geschwisterkindern hilft.

Die Intensität der Betreuung im Wochenbett wird von den Frauen selbst bestimmt. Sollte die Chemie zwischen Hebamme und Mutter nicht stimmen, besteht keine Verpflichtung zur Fortsetzung der Zusammenarbeit. In solchen Fällen kann auf andere Hebammen, Frauenärzte oder Kinderärzte zurückgegriffen werden.

Arten von Hebammen und ihre Rollen

Es gibt verschiedene Arten von Hebammen, deren Tätigkeitsbereiche sich teilweise überschneiden:

  • Freiberufliche Hebammen: Diese Hebammen sind nicht fest in einer Klinik oder einem Geburtshaus angestellt und bieten ihre Dienste flexibel an. Sie können die Betreuung während der gesamten Schwangerschaft und im Wochenbett übernehmen und bieten oft zusätzliche Leistungen wie Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse an.
  • Klinikhebammen: Fest an ein Krankenhaus angestellt, betreuen Klinikhebammen primär die Geburten im Kreißsaal. Viele von ihnen sind zusätzlich freiberuflich tätig und bieten weitere Leistungen an. Da sie im Schichtdienst arbeiten, ist es nicht immer möglich, eine bestimmte Hebamme für die Geburt auszuwählen.
  • Beleghebammen: Diese Hebammen arbeiten freiberuflich, haben jedoch Verträge mit Kliniken oder Geburtshäusern abgeschlossen, um deren Kreißsäle für Geburten nutzen zu können. Sie bieten in der Regel auch Betreuung vor und nach der Geburt an und ermöglichen so eine vertraute Begleitung.
  • Familienhebammen: Sie sind speziell ausgebildet, um werdende Eltern oder Eltern nach der Geburt zu unterstützen, die sich unsicher oder überfordert fühlen. Familienhebammen begleiten ab Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes und gehören zum Netzwerk "Frühe Hilfen".

Die Wahl der richtigen Hebamme hängt von den individuellen Bedürfnissen und Präferenzen ab. Es ist ratsam, sich frühzeitig über die angebotenen Leistungen zu informieren und bei Bedarf mehrere Vorgespräche zu führen.

Vergleichstabelle: Freiberufliche Hebamme, Beleghebamme, Klinikhebamme

Zusätzliche Unterstützung und Beratungsangebote

Neben den klassischen Hebammenleistungen gibt es weitere Angebote zur Unterstützung von Schwangeren und jungen Familien:

  • Hebammen-Sprechstunden: In einigen Städten, wie z. B. Düsseldorf, gibt es kostenlose Hebammensprechstunden, die ohne vorherige Anmeldung oder nach telefonischer Terminvereinbarung in Anspruch genommen werden können.
  • Mütterpflege: Eine Mütterpflegerin ergänzt die Hebammenversorgung, indem sie keine medizinischen Behandlungen durchführt, aber im Haushalt unterstützt, bei Einkäufen hilft, Geschwisterkinder betreut oder zu Terminen begleitet. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Mütterpflege von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Schwangerenberatungsstellen: Diese bieten umfassende Beratung zu allen Fragen rund um die Schwangerschaft.
  • Frühe Hilfen: Über das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit erhalten Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr kostenlose praktische Hilfen, Beratung und Begleitung ab der Schwangerschaft.

Viele Krankenkassen bieten zudem digitale Services wie Apps (z. B. "AOK Schwanger") oder Online-Beratungsdienste an, die werdende Eltern mit Informationen, Erinnerungen und Unterstützung bei Anträgen versorgen. Einige Kassen, wie die KNAPPSCHAFT, bieten sogar eigene Vermittlungsservices zur Hebammensuche an.

Die Kosten für Hebammenhilfe werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei privat Versicherten ist eine Klärung mit der jeweiligen Krankenkasse erforderlich.

tags: #ambulante #heilbehandlung #auch #hebamme